Ärger um Zugsignal in Wolfsthal

Anrainer leiden unter Hupen in der Nacht. ÖBB verspricht Besserung.

Erstellt am 03. April 2021 | 05:44
Ärger um Zugsignal
Der Abstand zwischen den Wohnhäusern (im Bild l.) und
der Bahnstation beträgt nur wenige Meter. 
Foto: privat

Das Hupen der Züge im Bahnhof Wolfsthal reißt die Anrainer regelmäßig aus dem Schlaf. Die Gleise führen durch das Ortsgebiet, die Wohnhäuser der Betroffenen liegen nur eine Straßenbreite von der Endstation entfernt. Vor allem im Sommer, wenn in der Nacht bei offenen Fenstern geschlafen werde, sei die Lärmbelästigung unerträglich.

Mehrere Beschwerden an die ÖBB hätten nichts gebracht. „Die ÖBB hat sich zunächst lediglich auf die Vorschriften bezogen, dass als Warnsignal gehupt werden müsse, die konkrete Situation aber nicht berücksichtigt“, erklärt Martin Varga, der mit seiner Familie seit sieben Jahren in Wolfsthal wohnt. Die störenden Signale würden nämlich nicht an einer Kreuzung, sondern vom im Bahnhof stehenden Zug abgegeben. Das bestätigt Bürgermeister Gerhard Schödinger (ÖVP): „Ich stehe voll hinter den Beschwerden. Es wird im Bahnhof gehupt und das ist unnötig.“

Auf Anfrage der NÖN hat sich die ÖBB die Lage nochmals angesehen. „Die Situation in Wolfsthal und auch die Beschwerden vom November 2020 sind uns natürlich bekannt“, erklärt Pressesprecher Daniel Spinka. Die betriebliche Situation sei, dass im Bahnhof von Wolfsthal als Endhaltestelle drei Zuggarnituren nachts abgestellt seien und dort von einem Reinigungsteam geputzt werden müssten, um am nächsten Morgen dementsprechend sauber im Frühverkehr für die Pendler und Schüler nach Wien eingesetzt werden zu können.

Offenbar werde beim Reinigen das Signal unnötigerweise ausgelöst. „Wir sind in der Vergangenheit bereits mit der Gemeinde in Kontakt gewesen und haben konkrete Maßnahmen gesetzt, um die Situation zu verbessern: Die sogenannte Signaltonprüfung durch die Triebfahrzeugführer wird nicht mehr im Bahnhof Wolfsthal durchgeführt, und beim Reinigen der Züge wird ebenfalls besser darauf geachtet, dass der laute Alarm  nicht mehr so oft ausgelöst wird“, führt Pinka weiter aus. Das könne passierten, wenn die Türen der Zugsgarnituren nicht korrekt geöffnet würden.

Auch mit der Gemeinde sei nochmals Rücksprache gehalten worden. „Laut dieser liegt in den letzten Wochen keine auffällige Ruhestörung vor. Lediglich letzten Sonntag wurde bei einem der abgestellten Züge ein Alarm durch unbefugtes Betreten ausgelöst“, sagt Pinka. Die Anrainer hoffen nun zukünftig auf bessere Nachtruhe.