VST Building dämmte Verlust 2020 ein. Der niederösterreichischen Hochbau-Verschalungsspezialist VST Building Technologies hat 2020 seine Betriebsleistung um die Hälfte auf 64,2 Mio. Euro gesteigert und den Umsatz von 41,9 Mio. auf 58,6 Mio. Euro - der Umsatzsprung ist auch auf die Übernahme der Baufirma Premiumverbund zurückzuführen, die ab Juli 2019 konsolidiert wurde. Heuer will das Unternehmen mit Sitz in Leopoldsdorf (Niederösterreich) durch die Erschließung neuer Märkte weiter wachsen.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 31. Mai 2021 (17:00)
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Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte von -3,8 Mio. Euro im Jahr 2019 auf rund 100.000 Euro knapp in die Gewinnzone gedreht werden, das Betriebsergebnis (EBIT) war 2020 aber mit -1,4 Mio. Euro (nach -4,6 Mio. Euro) noch immer negativ.

Für die Ergebnisverbesserung sei vor allem der Zukauf der Premiumverbund-Gruppe verantwortlich, sagte Vorstand Kamil Kowalewski am Montag im Gespräch mit der APA. Zudem sei das Ergebnis 2019 auch durch mehrere Schadensfälle auf Baustellen niedriger gewesen.

"Wir glauben, dass wir gut durch die Krise gekommen sind", sagte Kowalewski. "Die Baubranche hat zu Beginn der Krise kurz den Atem angehalten, keiner wusste, was auf uns zukommt." Darum habe es zunächst weniger Aufträge gegeben, aber Ende 2020 hätten sich die Kunden und Developper wieder gemeldet. Man sei im Coronajahr 2020 ohne Mitarbeiterabbau ausgekommen, betonte Kowalewski. VST Building hat in Österreich drei Gesellschaften mit rund 25 Mitarbeitern. Im slowakischen Nitra betreibt das Unternehmen eine Produktionsstätte mit 100 bis 120 Leuten, je nach Auftragslage.

VST Building ist ein Verschalungsspezialist und liefert alle fertigen Elemente, die man für den Rohbau benötigt. Die Elemente werden im Werk vorgefertigt und auf die Baustelle geliefert, wo die Schalung dann ausbetoniert und nicht mehr abgenommen wird. "Wir sind schneller als die Konkurrenz, brauchen weniger Personal auf der Baustelle und die Baustelle ist sauberer, weil es keine Abfälle gibt", erklärte Kowalewski.

"Wir sind aber kein Fertigteilhaus-Anbieter", betonte Co-Vorstand Bernd Ackerl. Die Vorgaben der Architekten würden ohne Einschränkungen in normaler Stahlbeton-Bauweise umgesetzt.

Ähnliche Werke wir das eigene in Nitra errichte man außerhalb Westeuropas auch für Kunden, etwa in Russland oder Weißrussland. Die Kunden bezahlen Lizenzgebühren und dürfen nicht in Länder liefern, in denen VST Building selbst aktiv ist. Gespräche über die Errichtung von Werken für Kunden in den USA oder China habe man wegen Corona auf Eis legen müssen, "das kann man schwer über Videokonferenzen verkaufen".

Wachsen will VTS Building, die seit Jänner 2019 im "direct market plus" der Wiener Börse notiert ist, durch die Expansion in Dänemark, Irland, Großbritannien und Polen. Die Auftragslage sei gut und die Produktion im slowakischen Nitra werde bis Jahresende "in Richtung Kapazitätsauslastung" gehen, sagte Kowalewski. "Für den Fall, dass wir über mehrere Monate in der Slowakei unsere Kapazitätsgrenze erreichen, haben wir bereits eine Strategie in der Schublade. Wir haben uns in Polen bereits in mehreren Regionen nach potenziellen Liegenschaften umgeschaut."

Für die bereits beschlossene Kapitalerhöhung um bis zu 100.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 Euro je Aktie ist noch die Zustimmung des Aufsichtsrates ausständig, die für Mittwoch erwartet wird.