Eklat um rechten Gewalt-Aufkleber in Bruck. "Linke Weiber ausknocken - immer und überall": Dieser Spruch sorgt seit gestern für helle Aufregung in Bruck. Eine Passantin entdeckte den gewaltverherrlichenden Aufkleber auf einer Säule neben dem ehemaligen Bank-Austria-Gebäude am Körnerplatz.

Von Gerald Burggraf. Update am 25. Januar 2019 (11:45)
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Aufkleber Bruck_privat.jpg
privat

Nicht wegschauen oder relativieren. Aufzeigen und anprangern. Das sind für den Brucker SP-Gemeinderat Michael Winter die einzigen Möglichkeiten derartige Dinge in Zukunft zu verhindern. Über Facebook postete er den Aufkleber mit der Aufschrift "Linke Weiber ausknocken - immer und überall", der auf einer Säule beim ehemaligen Bank-Austria-Gebäude von Unbekannten aufgepickt wurde.

Mittlerweile ist der Aufkleber zwar zerkratzt und unkenntlich gemacht worden, die Aufregung ist aber weiter groß. Sogar die Frauensprecherin der Grünen NÖ, Silvia Moser, meldete sich heute via Aussendung zu Wort: "Ich bin fassungslos, so ein Plakat in unserem demokratischen Land vorzufinden! Es gibt ein trauriges Stimmungsbild für das Frauenbild mancher Menschen und den Rechtsruck der Gesellschaft." 

Grüne NÖ brachten Anzeige ein

Sie bringt damit auch die Morde an Frauen in den vergangenen Tagen und Wochen in Verbindung und sieht in der Politik der türkis-blauen Regierung eine "Begünstigung dieser Entwicklung". Die Grünen NÖ hätten jedenfalls Anzeige gegen Unbekannt eingebracht. SP-Bürgermeister Gerhard Weil meldete den Aufkleber zudem bei der Polizei.

„Ich habe als Bürgermeister sofort die Exekutive informiert, da öffentlich zur Gewalt an Frauen wegen ihrer politischen Gesinnung aufgerufen wird. Aus meiner Sicht ist das eine klare Verhetzung laut Strafgesetzbuch, das nehme ich sehr ernst. Es geht hier um kein Kavaliersdelikt oder einen Lausbubenstreich. Die Polizei hat auch den Verfassungsschutz eingeschaltet und das Plakat bereits entfernt. Ich hoffe, dass der Urheber ausgeforscht und zur Verantwortung gezogen wird. Nun sind die Behörden am Zug", meint Weil, der sich bei der couragierten Bürgerin bedankte, die auf diese „Sauerei“ aufmerksam machte.

Weil will jedenfalls von politischen Schuldzuweisungen Abstand nehmen: „Kein anständiger Mensch will so etwas. Dabei ist völlig egal, wer gegen wen zu Gewalt aufruft, das hat generell in unserer Gesellschaft keinen Platz - als Schulstadt tragen wir eine ganz besondere Verantwortung.“