20 Millionen für Kalkstein-Mühle. Seit über 50 Jahren tut die Rohmühle im Mannersdorfer Lafarge-Zementwerk ihren Dienst. Nun soll sie gegen eine moderne, effizientere vertikale Rohmühle ausgetauscht werden. Bei der Produktion will man so in Zukunft Energie sparen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 15. September 2021 (05:58)
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Im Lafarge-Zementwerk wird derzeit eine vertikale Rohmühle errichtet. Für Christian Lampl, Werksleiter Christopher Ehrenberg und Johannes Daul ist dies ein Schritt in Richtung CO2-Neutralität.
Nicole Frisch

Die Bauarbeiten laufen bereits. Kommenden März soll die vertikale Rohmühle in Betrieb genommen werden. „Wir werden damit ein neues Zeitalter einläuten“, meint Werksleiter Christopher Ehrenberg. Die Kosten für diese Investition belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.

In der vertikalen Rohmühle wird ausschließlich Kalkstein gemahlen. Da es sich dabei um ein weiches Material handelt, besteht die Gefahr einer sogenannten Übermahlung, wenn er gemeinsam mit den anderen Bestandteilen von Zement wie Gips oder Schlacke zerkleinert wird. Daher werden die Bestandteile  erst nach einer getrennten Mahlung zusammengemischt. „Mit der vertikalen Rohmühle können wir zehn Prozent der Energie einsparen“, erklärt Ehrenberg. Hinzu kommt, dass damit Einfluss auf die Zusammensetzung des Zements genommen werden kann. Beispielsweise kann weniger Klinker, der gebrannte Bestandteil von Zement, eingesetzt werden. 

Derzeit beträgt der Klinker-Anteil 69 Prozent, das Ziel ist eine Reduktion auf 64 Prozent. Durch den Einsatz von Klinker wird nämlich viel Kohlendioxid (CO 2 ) verursacht. Bis 2030 will das Werk Mannersdorf allerdings CO 2 -neutral sein. Die vertikale Rohmühle soll  ein Schritt auf dem Weg dorthin sein. „Die Performance des Produkts soll gleichbleiben“, unterstreicht der Werksleiter. 

Drei weitere Faktoren für CO2-Neutralität

Am Weg zur CO2-Neutralität spielen noch einige weitere Faktoren eine wichtige Rolle für Lafarge. Einerseits die Verwendung von alternativen Rohmaterialien wie Ziegelsplitt. Dafür plant die Lafarge gemeinsam mit Porr das in der Bevölkerung umstrittene Recycling-Center. Aus Baurestmassen soll dabei Ziegelsplitt gewonnen werden.  Ein weiterer Faktor sind alternative Brennstoffe. Auf diese wird bereits in fast 90 Prozent der Fälle zurückgegriffen. Dabei handelt es sich um Kunststoffe, die nicht recycelt werden können. In Zukunft soll im Bereich der alternativen Brennstoffe der Biomasse-Anteil erhöht werden. 

Der vierte Faktor ist das Pilotprojekt Carbon2ProductAustria (C2PAT). Jene Stoffe, die bei der Zementproduktion aus dem Kamin entweichen, sollen in Zukunft abgefangen werden. Das CO 2 soll dabei herausgefiltert und für die Produktion von Kunst- oder Treibstoff verwendet werden. 2025 soll der erste CO 2 -neutrale Zement produziert werden.