„Jugendarbeit bedeutet zu dolmetschen“

Erstellt am 23. Mai 2022 | 05:55
Lesezeit: 3 Min
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Völlig entspannt zeigt sich Jugendarbeiterin Sandra Murr im JUZ
Foto: Sandra Murr
Das Jugendzentrum Mannersdorf zeigt, wie der Umgang mit der Jugend funktioniert.
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Seit gut eineinhalb Jahren besteht nun schon das Jugendzentrum in der Stadtgemeinde – und es ist eine Erfolgsgeschichte. Leiterin ist die gelernte Sozialarbeiterin Sandra Murr, der es zugutekommt, dass sie lange Zeit am Flughafen in Schwechat im Bereich der Logistik tätig war, denn „die Betreuung, vor allem die Ausflüge, haben sehr viel mit dieser Thematik zu tun.“

Zu diesen Ausflügen zählen nicht nur sportliche Aktivitäten, wie Fahrradtouren, sondern auch Zelten und Wanderungen oder die Übernachtung in einem Tierheim, inklusive dortiger ehrenamtlicher Hilfeleistungen durch die Jugendlichen. Natürlich muss nicht immer das Haus verlassen werden, das neben zahlreichen gespendeten Sitzmöglichkeiten, auch eine eigene Küche, einen Billardtisch und Fernsehraum samt Beamer bietet.

„Wir haben auch schon natürliche Seifen und Waschmittel hergestellt oder erst letztens haben wir selbst Schwedenbomben gemacht, was super funktioniert hat“, so die engagierte Pädagogin.

Festival mit Spiel und Spaß

Eines der größten Projekte war das „RichtigWüstOida“-Fest im Naturpark „Wüste“. Dieses wurde für die SchülerInnen der Mittelschule Mannersdorf initiiert und war ein voller Erfolg – so sehr sogar, dass ein „WüstFamilyDay“ geplant ist. Dieses eintägige Festival soll am 3. Juli für alle aus der Umgebung Spiel und Spaß bieten. Vorgesehen sind etwa Aktivitäten wie Bubble-Soccer und ein Farbenfest.

Vier Mal in der Woche dürfen Kinder und Jugendliche das JUZ besuchen kommen. Durchschnittlich sind es etwa fünf bis 20 Besucher im Alter von elf bis 18 Jahren. „Jugendarbeit bedeutet aufzuzeigen und oft auch quasi zu dolmetschen, wenn es Differenzen gibt zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, aber auch wenn es darum geht, welche Bedürfnisse und Wünsche beide Gruppen haben“, erklärt die erfahrene Besitzerin eines Therapiebegleithundes. Das JUZ bietet hierfür den optimalen Raum, in dem sich Jugendliche entfalten können, allerdings unter einem bestimmten Regelwerk.

Im Bezirk Bruck ist das eine einmalige Situation, denn es gibt zwar natürlich auch andere Zentren für Jugendliche, aber keine andere Gemeinde hat eine eigene Jugendarbeiterin angestellt. Murr fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Gemeinde, Eltern, ehrenamtlichen Unterstützern, der Leitung und Lehrerschaft der Mittelschule und natürlich den Jugendlichen.

Besonders hebt sie dabei die Unterstützung seitens der Gemeinde hervor: „Wenn ich ein Anliegen habe oder finanzielle Hilfe brauche für ein Projekt, habe ich noch nie ein ‚Nein‘ gehört vom Amtsleiter Hermann Sandtmann oder vom Bürgermeister Gerhard David (SPÖ), da bin ich wirklich sehr glücklich darüber“, freut sich die Jugendarbeiterin.

Glücklich zeigt sich auch die 13-jährige Celina, die fast jeden Tag ins JUZ kommt: „Ich komme sehr gerne und oft hierher, weil Sandra immer ein offenes Ohr für uns hat und man ihr alles anvertrauen kann.“

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