Mit bunten Mundschutzmasken gegen Corona. Die Mannersdorferin Leopoldine Martschitz näht selbst Mundschutzmasken. Die Nachfrage ist groß, sie erhält laufend neue Anfragen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 30. März 2020 (15:58)

Um sechs Uhr in der Früh beginnt der Tag von Leopoldine Martschitz. Bis 23 Uhr steht die Mannersdorferin dann in der Werkstatt und näht Mundschutzmasken. 1.200 Masken wurden seit letzten Dienstag produziert.

Diese Mundschutzmasken sind aus Baumwolle und können daher gewaschen und wieder verwendet werden. „Wenn wir die Pandemie überwunden haben, können sie auch vor Infektionsübertragungen schützen oder von pflegenden Personen verwendet werden“, erklärt Martschitz. Unterschützt wird sie bei der Produktion von ihrer Schwester, mit der sie zusammenlebt, sowie von zwei Schulkolleginnen. Unterstützung erhält sie darüber hinaus auch von ihren Materiallieferanten. Die Brucker Firma Textil Müller sowie die Wiener Firma Das Handarbeitsgeschäft liefern Schrägband und Stoff „rasch und unbürokratisch“ zu ihr nach Hause.

Die Anleitung, wie diese Masken genäht werden, hat Martschitz von der Universitätsklinik Essen, auch mit diversen Ärzten hat sie Rücksprache gehalten. Bei der Verwendung wird ein Taschentuch beziehungsweise ein Küchenrollenpapier vor Mund und Nase gelegt und dann mit der Maske am Kopf festgebunden. „Das Papiertuch kann rasch ausgetauscht werden. Das ist in diesen Zeiten sinnvoll“, lässt Martschitz wissen.

Ihre Mundschutzmasken gibt es in verschiedenen bunten Motiven und diese sind in der Mannersdorfer Apotheke sowie im Sanitätshaus Steinprecher um 11,90 Euro erhältlich. Darüber hinaus hat sie bereits 300 Masken an einen fleischproduzierenden Betrieb im Bezirk Waidhofen an der Ybbs geliefert, weitere Masken sollen folgen. 200 Masken hat sie auch schon nach Deutschland geschickt. „Ein Freund von mir ist Direktor von einer Behinderteneinrichtung in Deutschland. Die kriegen dort keine Masken, aber von uns“, hält Martschitz fest.

Die Arbeit geht Martschitz jedenfalls nicht aus – nicht nur, weil die Regierung heute Montag verkündet hat, dass das Tragen von Mundschutzmasken in Supermärkten verpflichtend wird. Auch so kommen laufend Aufträge bei der Mannersdorferin rein. So wird sie als nächstes Masken für eine Kinderonkologie anfertigen. Gut, dass sie 19 Kilometer Schrägband zu Hause lagernd hat.