Recycling-Center-Projekt: Mehr Lkw-Verkehr befürchtet. Die Lafarge plant ein Recycling-Center in Mannersdorf. Anlieferung von Material könnte Lkw-Verkehr steigen lassen, Bahn wird präferiert.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 09. August 2020 (05:33)
Die Lafarge will im stillgelegten Teil der Tongrube ein Recycling-Center errichten, um Ziegelsplitt erzeugen zu können.
NÖN

Baurestmassen wie Betonabbruch oder Bodenaushub fallen bei sämtlichen Bauprojekten an. Das Mannersdorfer Lafarge-Zementwerk plant schon seit längerem ein Recycling-Center, um dieses Material für die Zementproduktion nutzbar zu machen. Bereits im Vorjahr wurde dieses Projekt bei der Präsentation des Jahresberichts vorgestellt – und von den Anwesenden skeptisch aufgenommen. Mittlerweile wurden alle notwendigen Gutachten eingeholt und das Projekt liegt zur Überprüfung bei der zuständigen Landesbehörde. 

Das Recycling-Center soll im bereits stillgelegten Teil der Tongrube errichtet werden. Die Baurestmassen sollen darin aufbereitet und qualitativ hochwertiger Ziegelsplitt erzeugt werden. Neben der Verarbeitung der Baurestmassen soll das Recycling-Center auch die Möglichkeit bieten, nicht recyclebares Material abzulagern. Zwei Millionen Euro will Lafarge in dieses Recycling-Center investieren. 

Materialanlieferung per Bahn als Ziel

Werksleiter Christopher Ehrenberg sieht in diesem Projekt einen Schritt zur Erfüllung des Green Deals der Europäischen Union. Durch diesen sind Zementwerke dazu angehalten, sich Strategien für eine Kreislaufwirtschaft zu überlegen.  „Ein wesentlicher Teil der LafargeHolcim Strategien ist es, Baurestmassen als Rohstoff für die Zementproduktion im Kreis zu führen“, erklärt Ehrenberg. 

Recycling ist durchaus wichtig zum Schutz der Umwelt. Die Anlieferung des Recycling-Materials kann jedoch zu einem Anstieg des Lkw-Verkehrs führen. LIM-Umweltstadtrat Wilfried Duchkowitsch sieht dies kritisch. Für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zeigt er „wenig Verständnis“, auch Lärm und Staub bereiten ihm Sorgen. Würde die Anlieferung zur Gänze per Lkw erfolgen, kann dies zu bis zu 3,5 zusätzlichen Fahrten pro Stunde führen. Dies wäre laut Ehrenberg jedoch der „ungünstigste Fall“. „Es ist aber beabsichtigt, einen möglichst hohen Anteil der Materialanlieferungen mit der Eisenbahn über den bestehenden Gleisanschluss des Zementwerkes abzuwickeln und die Lkw-Fahrten zu reduzieren“, hält er fest. 

Zu diesem Zweck hat man auch an einem Forschungsprojekt teilgenommen, um geeignete Container für den Transport von Roh- und Ersatzbrennstoffen zu entwickeln. Erste Testlieferungen fanden bereits statt.