Recyclingcenter ist Anrainern Dorn im Auge

Erstellt am 03. August 2022 | 02:24
Lesezeit: 3 Min
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In unmittelbarer Nähe der Lafarge soll ein Recyclingcenter entstehen. Einige Anrainer pochen seit Monaten darauf, dass die Gemeinde dazu eine Bürgerbefragung durchführt.
Foto: Susanne Müller
Das Projekt ist in Begutachtung bei der Behörde. Betroffene Anrainer in Mannersdorf fühlen sich vor allem von der Gemeinde vernachlässigt.
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In unmittelbarer Nähe des Lafarge-Werks ist ein Recyclingdepot für Baurestmassen geplant, was einigen Anrainern und Landwirten, deren Felder sich in der Nähe befinden, sauer aufstößt (die NÖN berichtete mehrfach). Nach wie vor zeigen sich einige Mitglieder des „Dialogforums“, bestehend aus Anrainern und Landwirten, gesprächsbereit mit den Verantwortlichen des Zementwerks Lafarge, Lokalpolitikern und Behörden. Einige ihrer Bedenken, etwa bezüglich negativer Einflüsse auf das Grundwasser, seien mittlerweile berücksichtigt worden. Das Projekt befindet sich zurzeit bei der zuständigen Behörde in Vorbegutachtung.

„Außen vorgelassen“ sehen sich die betroffenen Anrainer des „Dialogforums“ allerdings von Umweltgemeinderat Wilfried Duchkowitsch (LIM). Zudem stellen sie den Vorwurf in den Raum, dass „eine BürgerInnenbefragung (von der Gemeinde, Anm.) kategorisch ausgeschlossen wird und die Bevölkerung noch bei keiner Veranstaltung über das Projekt informiert wurde.“ Gleichzeitig betonen sie die Wichtigkeit der Lafarge-Werke als Wirtschaftsfaktor in der Region.

Für Umweltstadtrat Duchkowitsch sieht die Sachlage jedoch etwas anders aus: „Ich bedauere persönlich sehr das Scheitern des ‚Runden Tischs‘, da ich mir dort eine Einigung auf eine ständige Kontrollfunktion für die geplante Deponie seitens der Gemeinde erhofft hätte. Zudem haben sich manche Mitglieder des ‚Dialogforums‘ ihrerseits wenig kompromiss- und gesprächsbereit gezeigt. Keiner der Herren ist an mich herangetreten, um nach einem Gespräch zu fragen.“ Die Gemeinde ist schon vor einigen Monaten aus dem „Runden Tisch“ ausgestiegen.

Stadtgemeinde hat keine Handhabe

Wichtig an dieser Stelle ist auch zu erwähnen, dass der Gemeinde rein rechtlich die Hände gebunden sind: Sollte die Behörde das Projekt genehmigen, muss sich die Gemeinde Mannersdorf wohl oder übel fügen, denn einerseits ist die Lafarge GmbH Eigentümer der Grundstücke, auf denen der Recyclinghof errichtet werden soll und auf der anderen Seite liegen diese Grundstücke eigentlich im Ortsgebiet der Gemeinde Sommerein.

Einer möglichen BürgerInnenbefragung steht Duchkowitsch zwar wohlwollend, aber auch skeptisch gegenüber, denn diese „würde ziemlich sicher gegen das Projekt ausgehen, aber was würde dieses Ergebnis bringen? Es wäre rechtlich nicht bindend und die Gemeinde hätte dementsprechend auch keine rechtliche Handhabe. Nichtsdestotrotz, ist für Duchkowitsch eines klar: „Ich sehe die Notwendigkeit eine Informationsveranstaltung für BürgerInnen durchzuführen, um über die Planung des Projekts zu berichten und für die Aufklärung und Beantwortung offener Fragen zu sorgen.“

Das Recycling-Center soll gemeinsam mit der Porr Umwelttechnik errichtet werden. Ziel ist die Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Baurestmassen sollen aufbereitet und wieder der Zementproduktion zugeführt werden. Stein des Anstoßes ist vor allem das Depot, das damit einhergehen soll.

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