Runder Tisch zu Recycling-Center ist geplatzt

Mannersdorf und Sommerein können Bedenken gegen das geplante Recycling-Center von Lafarge und Porr nun nur noch im Bewilligungsverfahren vorbringen. Lafarge bedauert das Ende der Gesprächsplattform. 

Erstellt am 01. September 2021 | 05:49
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Mannersdorf und Sommerein haben den Runden Tisch zum geplanten Recycling-Center beim Zementwerk verlassen.
Foto: Nicole Frisch

Um das Bewilligungsverfahren für das von Lafarge und Porr geplante Recycling-Center möglichst konfliktfrei zu gestalten, wurde ein Runder Tisch eingerichtet. Beim fünften Zusammentreffen stiegen die Gemeinden Mannersdorf und Sommerein allerdings aus.

Vertrag hätte künftig Einsprüche unterbunden

„Wir hätten einen Vertrag unterzeichnen sollen, dass wir künftig keine Einsprüche einlegen werden. So etwas kann man niemandem hinterlassen“, erklärt Mannersdorfs Bürgermeister Gerhard David (SPÖ). Die Gespräche seien laut Karl Zwierschitz, Bürgermeister in Sommerein (SPÖ), zwar „konstruktiv und fair“ gewesen, er sieht aber keinen Vorteil für die Bürger.

Auch bei Lafarge wurden die Gespräche am Runden Tisch als „sehr konstruktiv“ wahrgenommen. Dass dieser nun beendet wurde, wird vonseiten des Unternehmenes bedauert. Die Gemeinden können nun nur mehr im Bewilligungsverfahren Bedenken vorbringen. „Als Gemeinden haben wir eine Parteienstellung im Verfahren. Wir müssen da das Beste herausholen“, betont Zwierschitz. 

Hoffen auf Bürgerbefragung

Josef Palkowitsch, Walter Kusolitsch und Josef Schullitz, die zuletzt eine Bürgerbefragung forderten, begrüßen die Entscheidung der Gemeinden. „Wir sind sehr froh, dass die Gemeinden unseren Weg eingeschlagen haben“, so Kusolitsch. Nun wollen sie mit den Gemeinden zusammenarbeiten. „Wenn alle dagegen sind, müssen wir zusammenarbeiten“, hält Palkowitsch fest. David zeigt sich für eine Zusammenarbeit offen, zweifelt jedoch an der Durchführung einer Bürgerbefragung.

Im Dialog mit den Bürgern bleiben will man auch bei Lafarge. So ist für nächsten Mittwoch ein Gespräch mit sachverständigen Experten zum Thema Wasserwirtschaft geplant.