Mannersdorf stimmt gegen Steinbruch-Erweiterung. 65,1 Prozent haben sich gegen die Erweiterung ausgesprochen. Die Beteiligung liegt 56,5 Prozent.

Von Nicole Frisch. Update am 10. November 2020 (07:28)
Die Mannersdorfer Bürger haben sich mehrheitlich gegen eine Erweiterung des Baxa-Steinbruchs ausgesprochen.
Nicole Frisch

Mit einer klaren Mehrheit haben sich die Mannersdorfer, Wasenbrucker und Sandberger gegen die Erweiterung des Baxa-Steinbruchs entschieden. 65,1 Prozent stimmten bei der Bürgerumfrage, die in den letzten Wochen durchgeführt wurde, mit Nein ab. „Das Ergebnis ist eindeutig: Unsere Bürger und Bürgerinnen haben entschieden und wir werden unser Versprechen halten: Es wird keine Erweiterung geben!“, sagt SP-Bürgermeister Gerhard David. 

Auf das Ergebnis mussten die Gemeindebürger unerwartet lange warten. Sechs Stunden lang waren die Vertreter der Fraktionen mit Auszählen beschäftigt. Grund dafür war die rege Beteiligung an der Umfrage. Von den insgesamt 3.492 Stimmberechtigten haben 56,5 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. 

Anlass für die Bürgerumfrage war die geplante Erweiterung des Baxa-Steinbruchs. Die Firma Gebrüder Haider wollte das Areal um rund 1,4 Hektar erweitern, um den Abbau von Dolomit bis zum Ende des Abbauvertrags 2028 sicherzustellen. Dafür ist aber Gemeindegrund notwendig. Bevor der Gemeinderat darüber entscheidet, wollte man die Bürger nach ihrer Meinung fragen (die NÖN berichtete). Nun steht noch ein Gemeinderatsbeschluss aus. Dabei will man sich am Willen der Bürger orientieren. „Ich werde dem Gemeinderat empfehlen, gegen eine Baxa-Steinbrucherweiterung zu stimmen“, lässt David wissen. 

Sowohl David als auch VP-Vizebürgermeister Rudolf Ackerl finden diese Entscheidung „schade“. „Es geht damit eine Chance für Mannersdorf verloren“, betont Ackerl. Die mit einer Erweiterung verbundenen Mehreinnahmen hätte man in der Stadtgemeinde gut gebrauchen können. Das sieht auch David so. „Dadurch wird es schwieriger, gerade jetzt in der Covid-Zeit mit massiv sinkenden Ertragsanteilen, unsere geplanten Projekte umzusetzen“, meint David.

Verlängerung des Abbaus nicht möglich

Die größte Oppositionspartei, die Liste Mannersdorf (LIM), zeigt sich sehr erfreut über das Umfrageergebnis. „Ich bin froh, dass ein Umdenken erfolgt ist. Das Umweltbewusstsein steht mehr im Vordergrund, das Profitdenken weniger“, ist sich LIM-Umweltstadtrat Wilfried Duchkowitsch sicher. 

Schon von Beginn an hat sich die LIM gegen eine mögliche Erweiterung des Steinbruchs ausgesprochen. Als „LIM-Sieg“ will Obmann Johann Kopf dieses Ergebnis jedoch nicht verbuchen. „Das ist ein Sieg von den Leuten“, unterstreicht er. 

Für die Firma Gebrüder Haider bedeutet dieses Ergebnis nun, dass die Abbaufläche nicht erweitert werden kann. Laut Ackerl gibt es für eine Erweiterung auch keine Alternativen zu dem Gemeindegrund. Er bezeichnet dies daher als „Startschuss für das Ende“. 

Von Seiten der Firma Gebrüder Haider heißt es, man wolle den Abbau nach dem derzeit gültigen Bescheid fortsetzen und danach mit der Rekultivierung beginnen. Wie lange der Abbau von Dolomit noch möglich ist, ist derzeit unklar. Dies hängt davon ab, wie viel Dolomit noch im Berg ist.