Plädoyer für Biogas als Treibstoff bei Köstinger-Besuch. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger besichtigte die Biogasanlage der Energieversorgung Margarethen am Moos - und nahm einige Anliegen der Betreiber mit.

Von Susanne Müller. Erstellt am 17. Juli 2020 (17:12)
Bei der Besichtigung der Margarethner Biogasanlage: Bauernkammer-Obmann Gerhard Mörk, Bundesrat Otto Auer, Geschäftsführer Stefan Malaschofsky, Gründer Fritz Schwarz, Ministerin Elisabeth Köstinger, Betriebsleiter Michael Jungbauer und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger.
Susanne Müller

„Wir sind unermüdliche Kämpfer in Sachen Biomethan“, hieß Stefan Malaschofsky, Geschäftsführer der Energieversorgung Margarethen am Moos (EVM), am Freitag Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger in der größten Biogasanlage Österreichs willkommen.

Die Betreiber der Anlage rund um Gründer Fritz Schwarz, Geschäftsführer Malaschofsky und Betriebsleiter Michael Jungbauer führten die Ministerin durch das Gelände, hatten bei der Gelegenheit aber auch einige „Botschaften“, die sie ihr mitgeben wollten. Malaschofsky verwies auf das Regierungsprogramm, dem zufolge bis 2030 fünf Terawattstunden Biogas pro Jahr ins Netz eingespeist werden sollen. „Dieses Ziel wäre mit nur 100 Biogasanlagen erreichbar“, betonte Malaschofsky. Schon jetzt erfolge in Margarethen mehr als ein Viertel der gesamten österreichischen Biogas-Einspeisung ins Erdgasnetz.

Aus seiner Sicht sei der „sinnvollste Einsatz“ für Biomethan im Verkehrsbereich, besonders im Schwerverkehr. „Das hätte den größten Effekt. Lkw machen immerhin 40 Prozent der Emissionen im Verkehrsbereich aus, während sie nur zehn Prozent des Verkehrs ausmachen“, so Malaschofsky, der betonte, dass die EVM sich in diesem Bereich Unterstützung der Ministerin wünschen würde. Schließlich sei Österreich diesbezüglich im internationalen Vergleich weit hinten. Während in Dänemark im Transportsektor bereits 100 Prozent mit Biomethan betrieben würden, in Schweden 94 Prozent und in Deutschland 50 Prozent, seien es in Österreich lediglich verschwindende zwei Prozent.

Darüber hinaus wünscht man sich bei der EVM eine rasche Umsetzung der Beimischquote von Biomethan ins Erdgasnetz, am besten schon 2021. Der Weg zur CO2-Neutralität führe außerdem über eine 100-prozentige Nutzung von Biomethan beim Tanken von Gas. Denn: „Gas ist nicht gleich Gas.“ Außerdem brauche es Anreize, wie etwa eine Mautbefreiung für biogasbetriebene Lkw.

Die Ministerin nahm die Anliegen der EVM-Führung mit und betonte, dass der Schwerpunkt auch aus ihrer Sicht beim Treibstoff liegen müsse. Daher werde auch an einem Forschungsprojekt für die Gewinnung von Treibstoffen aus Holz gearbeitet (siehe dazu Bericht auf den Landesseiten).