Gerichtsurteil nach Tat mit großer Sprengkraft

Zwei Jahre Haft setzt es für einen 45-Jährigen wegen (leerer) Bombendrohung. Der Angeklagte legte Berufung ein.

Erstellt am 23. Juni 2021 | 04:49
Gericht Prozess Urteil Symbolbild
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Mit seinen Drohungen Anfang Juli 2020, er habe sechs Sprengfallen mit je dreieinhalb Kilo Sprengstoff in einem Haus in Margarethen am Moos deponiert, löste ein 45-jähriger Montenegriner ein Großaufgebot an Einsatzkräften aus. Einheiten der Wega und der Cobra, und Spürhunde durchsuchten das Haus nach den Sprengsätzen, ein Hubschrauber überwachte die Situation aus der Luft, der Flugverkehr in Schwechat war kurzfristig gestört und die Straße des Wohnhauses wurde weiträumig abgesperrt und Anrainer evakuiert.

Zahlung von 7.000 Euro als Ziel

Gefunden hat die Polizei schließlich keine Sprengfallen, was aber bei den Opfern blieb, war die Angst. Das war bei ihren Befragungen am Landesgericht Korneuburg deutlich zu merken. Bezwecken sollte die perfide Drohung die Zahlung von 7.000 Euro. Vor der Polizei erzählte der Angeklagte noch eine Räuberpistole von der albanischen Mafia, die ihn zu den Drohanrufen und zu der Erpressung gezwungen hätten. Vor dem Schöffensenat und der vorsitzenden Richterin Xenia Krapfenbauer kündigte Verteidiger Dieter Koth an, dass sich sein Mandant „voll schuldig“ verantworten werde.

Fünf Tage Schreckensbotschaften

Was er dann vor der Richterin allerdings ablieferte, war eine erneute Schutzbehauptung. Er behauptete bei den Anrufen und SMS-Drohung alkoholisiert gewesen zu sein. Allerdings quälte der Mann seine Opfer insgesamt fünf Tage mit seinen beängstigenden Nachrichten. Dementsprechend unglaubwürdig erschien Krapfenbauer die uneindeutige Verantwortung des 45-Jährigen. Auch die Version, er hätte die Tat begangen weil ihm eines der Opfer noch Geld für ausstehende Malerarbeiten schulde, verfing nicht.

Zwar entschuldigte sich der Montenegriner noch vor der Urteilsberatung bei den Opfern, was den Schöffensenat auch nicht milder stimmte. Zwei Jahre unbedingte Freiheitsstrafe lautete schließlich das Urteil. Bei der Urteilsbegründung machte die Richterin nachdrücklich klar, warum bei dem Mann, trotz seiner Unbescholtenheit, eine teilbedingte Strafe nicht in Frage kam, in dem sie den „enormen gesellschaftlichen Störwert“ dieser Tat betonte. Der Angeklagte sah sich ungerecht behandelt und legte Berufung gegen die Höhe des Urteils ein.