17 Diebstähle und Einbrüche: 49-Jähriger vor Gericht

Erstellt am 13. Februar 2022 | 04:24
Lesezeit: 3 Min
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Vor Gericht hielt sich das Mitleid mit dem slowakischen Angeklagten in Grenzen.
Foto: Shutterstock/Aldeca Studio
Slowake muss seine Haft für 17 Diebstähle und Einbrüche in seiner Heimat verbüßen.
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Verfahrenshelferin Birgit Harold wollte schon vor Verhandlungsbeginn bei der vorsitzenden Richterin Lydia Rada am Landesgericht Korneuburg den größten Wunsch ihres slowakischen Mandanten (49) deponieren. Der Forstarbeiter wollte seine ihm bevorstehende Haft für Einbruchdiebstähle in Österreich verbüßen. „Der ist ausgeborgt, der geht wieder zurück“, musste die Richterin schon zu diesem Zeitpunkt jede Hoffnung diesbezüglich zerstreuen.

Insgesamt wurden dem Mann in einem Schöffenprozess 17 Diebstähle und Einbrüche im Jahr 2019 zur Last gelegt. Zwei weitere Komplizen wurden bereits abgeurteilt, so blieb der 49-Jährige – in Anlehnung an einen Filmtitel – „Last Man Standing“. Motivation für die Einbruchstour, die in der Nacht von 1. auf den 2. Februar 2019 in Maria Ellend mit fünf Straftaten begann, sei die Drogensucht des Angeklagten gewesen. Er bekannte sich umfassend schuldig.

Seine Einbruchstour setzte sich in der Nacht auf dem 21. April 2019 mit sieben Delikten in Groißenbrunn fort, wobei Teile der Beute, wie eine Packung Soletti und Alkoholika, keineswegs auf eine gewisse Professionalität der Täter schließen ließ. Bei der letzten Tour, bei der fünf Wohnstätte in Neusiedl am See das Ziel der Einbrecher waren, war Schluss; zumindest für einen Komplizen, den die Beamten am 1. Mai 2019 ebendort festnahmen.

Verfahrenshelferin Harold argumentierte mit einem Verkehrsunfall ihres Mandanten 2018. Die daraus resultierenden Verletzungen ihres Mandanten, die in einer Arbeitsunfähigkeit mündeten, hätten den 49-Jährigen entgleisen und ins Drogenmilieu abrutschen lassen. Der Strafregisterauszug des Mannes bestätigt das. Der bis zum angegebenen Zeitpunkt unbescholtene Mann häufte seither fünf Verurteilungen in der Slowakei und eine in der Tschechischen Republik an.

Der – wie er sagte – durch die Haft geläuterte Mann, verbüßt in seiner slowakischen Heimat ab 31. Jänner, dem Datum seiner Rücküberstellung, die restlichen sechs von insgesamt 36 Monate, die er mit seinem Strafregister inzwischen angesammelt hat. Seine rechtskräftige Verurteilung durch den Schöffensenat zu weiteren 34 Monaten Freiheitsstrafe hat er durchaus auch seinem gezielten Vorgehen zu verdanken, jeweils extra für diese Einbrüche nach Österreich eingereist zu sein. Etwas bitter kommentierte Rada am Ende: „Das war’s dann mit dem Ausflug.“

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