Zwei Jahre für die Spar-Räuber

Zwei junge Täter wurden wegen schwerem Raub am Maria Ellender Spar-Markt zu 21 bzw. 24 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Erstellt am 27. Januar 2021 | 05:55
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Wegen einer nicht näher definierten „Notlage“ überfielen die beiden im November den Spar-Markt in Maria Ellend.
Foto: Cajka

Am 10. November erlebte eine Mitarbeiterin der Spar-Filiale in Maria Ellend ihren bis dato wohl schlimmsten Arbeitstag. Ein 18-jähriger Räuber bedrohte sie mit einer Waffe und forderte das Geld aus der Supermarktkasse. Noch immer unter den Eindrücken dieser Tat, schilderte die Frau mit ihren Emotionen kämpfend die Ereignisse vor dem Schöffensenat am Landesgericht Korneuburg unter dem Vorsitz von Richter Franz Furtner.

Vorgeschichte vor Gericht hatten beide

„Geld her! Öffnen Sie die Lade!“, hatte der junge Täter von der Frau verlangt und dabei eine Walther P22 auf sie gerichtet. Danach griff er sich alle Scheine aus der Kasse und flüchtete in Richtung seines 20-jährigen Komplizen, der in einem Lieferwagen mit falschen Kennzeichen wartete, wobei einige Scheine auf der Flucht verloren gingen. Die inzwischen verständigte Polizei konnte die zwei Räuber, die in Richtung Mannswörth davongefahren waren, dabei verhaften, als sie die falschen Kennzeichen wieder entfernen wollten.

Für diesen schweren Raub, bei dem die Strafandrohung bei bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe liegt, wurde das Täterduo von Staatsanwalt Thomas Ernst angeklagt. Die beiden Angeklagten wiesen einige Gemeinsamkeiten auf: Beide hatten bereits eine gerichtliche Vorgeschichte und waren voll geständig – und beide haben ihre Ausbildungen abgebrochen.

Von Richter Furtner auf eine frühere Verurteilung in Deutschland angesprochen: „Hat nix geholfen, oder?“, antwortete der 18-Jährige: „Nein.“ „Zumindest sind’s ehrlich“, gestand der Richter ihm zu.

Warum er auf die Idee gekommen sei, einen Raub zu begehen und seinen – laut eigener Aussage – besten Freund mit hineinzuziehen, beantwortete er mit der vagen Angabe einer „Notlage“, die er auf Nachfrage von Staatsanwalt Ernst auch nur unwesentlich präzisierte. Für den 20-Jährigen sei aber wiederum die Notlage seines Freundes ausschlaggebend gewesen, das Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, die falschen Kennzeichen und die Schreckschusspistole zu besorgen.

Für ein paar hundert Euro vermeintlicher Beute fassten die Zwei insgesamt 45 Monate Freiheitsstrafe aus. Den 18-Jährigen verurteilte der Schöffensenat zu 21 Monaten, davon 14 Monate bedingter Freiheitsstrafe. „Da beide gleichen Anteil an dem Raub hatten“, wie Richter Furtner befand, lautete das Urteil beim 20-Jährigen auf 24 Monate Freiheitsstrafe, davon 16 Monate bedingt. Das Mehr an Strafe ergab sich durch eine zweite Anklage wegen Diebstahls, derer er ebenfalls für schuldig befunden wurde.