Erstellt am 06. Juni 2018, 03:47

von Birgit Samer

Kindergarten-Ausbau: Grüne fordern mehr Klima-Maßnahmen. Grünen-Obmann Christoph Lampert sieht vertane Chance für Klimaschutz. VP und SP weisen Vorwürfe zurück.

SP-Bürgermeister Peter Wolf kann die Kritik der Grünen nicht nachvollziehen.  |  privat

Die Kritik der Grünen am Kindergarten-Ausbau reißt nicht ab. Nachdem die Ortsfraktion unter Obmann Christoph Lampert bereits die „enormen Kosten“ des Umbaus beklagte (die NÖN berichtete), geht es nun um mangelnden Klimaschutz. „Ob es dafür Paläste braucht, ist fraglich“, meint Lampert in Anspielung auf Kindergartenausschuss-Obmann Stephan Roths (VP) Aussage: „Wer Kindern Paläste baut, investiert in unsere Zukunft.“

Christoph Lampert kritisiert die Finanzpolitik der Gemeinde heftig.  |  privat

„Ohne Zweifel“ investiere man jedoch in die Zukunft der Kinder, wenn in den Klimaschutz investiert werde, so die Grünen-Position. Für Lampert sieht es beim Kindergarten diesbezüglich jedoch „traurig“ aus. Dass mit Erdgas und nicht mit nachhaltigen Energieträgern geheizt wird, den Einbau einer Klimaanlage für alle Räume, obwohl der Großteil des Kindergartens im Sommer leer stehe und die Zweifachverglasung der Fenster anstatt einer „energetisch deutlich besseren“ Dreifachverglasung nennt er als Beispiele. „Wieder eine Chance vertan, in Sachen Klimaschutz als Gemeinde Flagge zu zeigen“, lautet Lamperts Befund.

Einrichtung bekommt Photovoltaikanlage

„Man kann nicht alles auf einmal haben“, kontert Roth. Er kann Lamperts Kosten-Kritik und die gleichzeitige Forderung nach einem klimaschutz-freundlichen Umbau schwer nachvollziehen. Zudem werde etwa eine Klimatisierung im Sinne einer Beschattungsanlage und keine Klimaanlage eingebaut. Roth verweist auch auf die knappe Zeitspanne bis zur Fertigstellung im September. Unter dem Zeitdruck und dem Kosten-Aspekt habe man „einen guten Mittelweg gefunden“.

Stephan Roths Antrag stieß im Gemeinderat auf Zustimmung.  |  privat

Auch SP-Ortschef Peter Wolf kann die Kritik nicht nachvollziehen. Der Neubau bekomme eine Photovoltaikanlage und sei in Niedrigenergiebauweise konstruiert. Eine Dreifachverglasung der Fenster diene nur dem Schallschutz, habe aber keine Auswirkung auf den Wärmewert, meint er. Auch mit den Kosten sei man in einem „sehr guten Rahmen“. Der Umbau würde pro Quadratmeter nicht mehr kosten als der alte Bau. Alle Fraktionen bis auf die Grünen hatten die Kosten-Aufstellung im Gemeinderat abgesegnet.