Angespannte Lage bei Maturanten, Infos fehlen. Tim Schmid steht vor der Reifeprüfung. Klare Infos fehlen aber.

Von Susanne Müller. Erstellt am 08. April 2020 (05:55)
Tim Schmid lernt zuhause für seine Matura. Er hat das Gefühl, dass die Maturanten nicht genug informiert werden.
privat

„Uns wird kaum Information weitergetragen. Wir sind alle angespannt.“ Tim Schmid aus Hainburg besucht das Gymnasium in Schwechat und ist dort auch Schulsprecher-Stellvertreter. Er beschreibt im Gespräch mit der NÖN, wie er als Maturant die derzeitige Situation erlebt: „Wir hängen in der Luft.“

Schließlich handle es sich bei der Matura um eine der wichtigsten Prüfungen des Lebens. „Wenn man für eine so wichtige Prüfung nichts weiß, dann ist das eine sehr, sehr unangenehme Situation und verursacht sehr viel psychischen Stress“, sagt Schmid. Wenn man immer nur zuhause lerne, entstehe oft das Gefühl, dass man nicht gut genug vorbereitet sei. „Ich fühle mich dem oft nicht gewachsen“, so Schmid. Dabei sei er ein Schüler, der in wenigen Fächern Probleme habe. Mathematik empfinde er, wie viele andere wohl auch, als schwierig. Den Lehrern will Schmid dabei keinerlei Vorwurf machen. „Sie können überhaupt nichts dafür. Sie versuchen, uns so gut wie möglich vorzubereiten“, betont Schmid. Er selbst bereite sich nun vor, indem er zuhause alle Bücher durcharbeite. „Ich habe aber gerne einen physischen Lehrer vor mir stehen, der mir die Dinge erklärt. Das fehlt einfach“, so Schmid.

Von Bildungsminister Heinz Fassmann verlangt der Maturant schlicht „klare Antworten“. Niemand verlange, dass die Matura ausfallen solle. „Aber wir brauchen Sicherheit, damit wir das gut über die Runden bringen“, betont Schmid. Er versteht nicht, warum man sich an einer Umfrage orientiere, an der 4.000 Schüler teilgenommen hätten, eine Petition mit mittlerweile 16.000 Unterschriften aber „einfach ignoriert“ werde. Schmid bezieht sich dabei auf einen Vorstoß, die Matura zu reformieren, wobei der schriftliche Teil stark zurückgenommen, der mündliche dafür ausgebaut werden soll. Wichtig sei jedenfalls: „Man soll uns nicht vertrösten. Wir brauchen klare Antworten und klare Aussagen“, so Schmid. Eine Matura mit Maske komme für ihn jedenfalls nicht infrage.