Bei Hofer Baufirma geht Betrieb weiter. Pico Bello Bau darf dank verschärfter Vorkehrungen weiterarbeiten – und wird dafür angefeindet.

Von Susanne Müller. Erstellt am 01. April 2020 (05:25)
Die Bauarbeiter der Firma Pico Bello Bau aus Hof müssen den vorgeschriebenen Mindestabstand einhalten. Dazu kommen weitere Schutzmaßnahmen. Daher sei ein Weiterarbeiten auf den Baustellen möglich.
Pico Bello Bau

„Wir versuchen, 20 Arbeitsplätze und die Aufrechterhaltung eines Betriebs sicherzustellen und müssen uns dafür anfeinden lassen.“

Geschäftsführer Joachim Watzke ist froh, dass der Betrieb weitergehen kann.
Pico Bello Bau

Was Joachim Watzke seit Ausbruch der Coronakrise erlebt, will er möglichst schnell wieder abhaken. Der 52-jährige Unternehmer ist Geschäftsführer des Hofer Bauunternehmens Pico Bello Bau. Wie andere österreichische Betriebe erlebten er und Co-Geschäftsführer Leon Verbaj mit ihrer Firma in den vergangenen Tagen ein Wechselbad der Gefühle. Es sei nicht einfach, die Verantwortung gegenüber der Gesundheit, die Sicherung der Arbeitsplätze der Mitarbeiter, die Versprechen gegenüber Kunden und gleichzeitig die Beschränkungen der Regierung unter einen Hut zu bekommen.

Entsprechende Schutzmaßnahmen wurden schon früh gesetzt. Im Unterschied zu den häufig kritisierten Umständen auf Großbaustellen, seien auf den Baustellen von Pico Bello Bau im Normalbetrieb maximal fünf Bauarbeiter im Einsatz. Um einen noch höheren Schutz der Mitarbeiter zu ermöglichen, sei die Anzahl der Bauarbeiter pro Baustelle auf drei Personen reduziert worden. Dadurch könne der Sicherheitsabstand in der Regel eingehalten werden. Den Weg zur Baustelle legen die Bauarbeiter mit dem eigenen Auto oder maximal zu zweit in einem Baustellenfahrzeug zurück. Zusätzlich wurden sie mit Schutzmaterial ausgestattet.

Dass es wegen der Fortführung des Baubetriebs zu Anfeindungen in der Öffentlichkeit, speziell über soziale Medien kommt und gegen Pico Bello Bau sogar schon mehrfach Anzeige erstattet wurde, stößt beim Hofer Bauunternehmen auf Unverständnis. Polizeibeamte hätten die Umstände auf der Baustelle des Reihenhausprojekts „Auerpark“ in Hof schließlich auch vor Ort überprüft und ihr Einverständnis für das Weiterführen der Baustellen unter der Einhaltung der Schutzmaßnahmen ausgesprochen. Auch von der Wirtschaftskammer erhalte die Baufirma nun eine offizielle Bestätigung dafür.

Geschäftsführer Leon Verbaj bedankt sich bei den Mitarbeitern für den Zusammenhalt.
NOEN

Leon Verbaj freut sich, dass die laufenden Bauprojekte weitergehen können: „Der Ärger über die Anzeigen bei der Polizei hält sich bei mir in Grenzen, da wir so nun wenigstens Gewissheit haben, weitermachen zu dürfen.“ Er sehe an der Reaktion der Mitarbeiter, dass die Firma gut mit der heiklen Situation umgegangen sei. „Bei der Belegschaft hat sich eine enorme Solidarität entwickelt“, bedankt sich Verbaj bei seinem Team.

Mittlerweile gibt es auch eine Entscheidung der Regierung, dass Baustellen nicht geschlossen werden müssen, sofern die Einhaltung der Schutzmaßnahmen gewährleistet ist.