So erleben Schüler das Distance Learning. Schülerinnen und Schüler aus der Hainburger Mittelschule schildern gegenüber der NÖN, wie es ihnen mit dem Homeschooling im Lockdown geht.

Von Josef Rittler. Erstellt am 30. November 2020 (17:53)
Matej beim Lernen zuhause.
privat

Auch in der zweiten Phase des sogenannten Distance Learnings gestalten Direktorin Bettina Schön und das Lehrerteam der Mittelschule Hainburg gemeinsam mit den Eltern den Alltag der Schüler. Statt in der Schule lernen die Kinder vor dem Computer. Videocalls und virtuelle Lerneinheiten über das Programm „Microsoft Teams“ ersetzen den direkten Vortrag der Lehrerinnen. Wer keinen Rechner hat, bekommt einen vom Land NÖ geliehen.

Die Schüler sollen sich auch zuhause an einen Zeitplan halten. „Ein großes Lob an alle für die pünktliche Abgabe der Arbeitsaufträge“, erklärt die Direktorin.

Einer der Vorteile des Heimunterrichts: Man erspart sich den Schulweg. „Das Gute am Homeschooling ist, dass ich nicht früh aufstehen muss“, sagt etwa die Schülerin Nina. Auch Adrian findet das gut: „Mein Tag beginnt meist mit einem guten Frühstück und sehr ruhig. Ich versuche meistens, meine Schulaufgaben selbstständig zu machen, da meine kleineren Geschwister auch zuhause sind und meine Mama ihnen helfen muss.“ Da ist es mit der Ruhe dann auch wieder schnell vorbei: „Manchmal kann es sehr chaotisch sein. Aber langsam wird es schon besser.“

Nicht wenige Kinder vermissen den Unterricht in der Schule. So meint Jeremy: „Zu Hause zu arbeiten macht nicht so viel Spaß, weil in der Schule wird von den Lehrern mehr erklärt und man kennt sich besser aus.“

Seine Kollegin Larissa sieht das ähnlich: „Um etwa 8 Uhr fahre ich den Laptop hoch und schaue nach, welche Aufgaben heute zu machen sind. Ich versuche, die Aufgaben immer in den jeweiligen Stunden zu machen, leider werde ich nicht immer in 50 Minuten fertig. Ich erledige meine Schulaufgaben in der Küche, weil ich da ausreichend Platz für meine Schulsachen habe. Ich finde das Distance Learning nicht so toll, weil man in der Schule mehr Spaß beim Lernen hat.“

Auch zuhause ist die Organisation des Alltags wichtig. „Für mich ist Homeschooling nicht schwer“, berichtet Dominika. „Am besten ist, wenn man Ordnung hält und alles aufgeräumt hat. Ich habe viele Schubladen und in jeder Schublade ein anderes Fach. Ich telefoniere jedes Mal mit meiner besten Freundin und wir helfen uns gegenseitig. Manchmal ist es sehr nervig, alle Aufgaben zu erledigen, weil wir manchmal zu viele bekommen, aber wir müssen es irgendwie gemeinsam mit der Unterstützung der Lehrer schaffen. Es ist gut, um die Pandemie zu besiegen, aber trotzdem würde ich gerne wieder in die Schule gehen und meine Freunde sehen.“