Das große rote Match im Bezirk Bruck beginnt. Plessl (SP)muss 5.000 Vorzugsstimmen holen. Baumgartner (VP) und Herbert (FP) sollten Einzug schaffen.

Von Thomas Schindler und Gerald Burggraf. Erstellt am 28. August 2019 (04:42)
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Der Plenarsaal des Parlaments. Über dessen neue Zusammensetzung wird am 29. September entschieden.  Foto: Johannes Zinner
Johannes Zinner

Der Kampf um jede einzelne Stimme im Wahlkreis NÖ-Ost – dieser umfasst die Bezirke Gänserndorf und Bruck/Leitha – hat begonnen: Aus dem Bezirk Gänserndorf dürfte nur die Sulzer Bürgermeisterin Angela Baumgartner (ÖVP) problemlos den Wiedereinzug ins Parlament schaffen. Sie führt die Wahlkreis-Liste an.

Nachdem die Schwarzen diesmal keinen Vorzugsstimmen-Wahlkampf bestreiten, kommt Baumgartner auch nicht ihr parteiinterner Konkurrent Otto Auer aus dem Bezirk Bruck in die Quere. Er wird vermutlich über die NÖ Landesliste (Platz 5) in den Nationalrat einziehen.

Viel spannender ist das Match innerhalb der SPÖ: Hier nimmt Katharina Kucharowits aus Bruck den ersten Platz auf der Wahlkreis-Liste ein. Der Gänserndorfer Rudolf Plessl muss also um seinen Wiedereinzug zittern. Deshalb starten die Genossen in Gänserndorf einen Vorzugsstimmen-Wahlkampf für ihren „Rudi“. Genau 2.398 persönliche Stimmen erhielt Plessl beim Urnengang 2017, wobei damals aber kein Vorzugsstimmen-Wahlkampf geführt wurde. Somit erscheint es für die Gänserndorfer Roten „durchaus machbar, dass er diesmal die nötigen 5.000 holt“. Dann würde Plessl Kucharowits verdrängen und könnte abermals im Hohen Haus Platz nehmen.

Grünen haben keine Chance auf Einzug

Auf der anderen Seite hätte Kucharowits auch die Chance, über die Landesliste in den Nationalrat zu kommen. Dort steht sie auf Platz 6 und ist somit viel weiter oben gereiht als Plessl (Platz 25). Für die Sozialdemokraten im Bezirk Gänserndorf wäre es fatal, würden sie das Nationalrats-Mandat verlieren. Dann hätten sie nämlich nur noch einen Abgeordneten: die Dritte NÖ Landtagspräsidentin Karin Renner aus Markgrafneusiedl. Die Genossen aus dem Bezirk Bruck wiederum hätten vier Abgeordnete – neben Kucharowits als Nationalrätin auch die drei Landtagsabgeordneten Rainer Windholz, Gerhard Razborcan und René Pfister.

Keine Chance auf einen Einzug ins Parlament haben die Grünen aus dem Wahlkreis – auch nicht die erstplatzierte Bettina Bergauer, Gemeinderätin in Deutsch-Wagram. Bei der FPÖ wiederum führt Werner Herbert aus dem Bezirk Bruck die Wahlkreis-Liste an. Wenn die Blauen nicht zu viele Stimmen verlieren, wird Herbert sein Mandat behalten. Dafür müsste die FP 25 Prozent im Wahlkreis holen, 2017 waren es 30,2 Prozent. Der zweitplatzierte Dieter Dorner, FP-Landtagsabgeordneter aus Untersiebenbrunn, hingegen hat keine Chance auf einen Sessel im Parlament.

Was sind die Wahlkampfthemen in der Region? Natürlich die beiden geplanten Schnellstraßen S8 (zwischen Süßenbrunn und Gänserndorf) und S1 inkl. (zwischen Schwechat und Süßenbrunn) inkl. Lobau-Tunnel in Groß-Enzersdorf. Letzteres Thema betrifft beide Wahlkreis-Bezirke. In Gänserndorf wiederum wird auch das fehlende Krankenhaus sicherlich wieder thematisiert werden.

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