Drei VP-Kandidaten rittern um Parlaments-Ticket. Listenplatzierungen haben bei den NÖ-Kandidaten der ÖVP keine Bedeutung. Jeder kann sich durch die meisten Vorzugsstimmen einen Platz im Parlament holen – so lautet zumindest die türkise Parteilinie in Niederösterreich. Im Wahlkreis 3G NÖ-Ost, der aus den Bezirken Bruck/Leitha und Gänserndorf zusammengesetzt ist, erheben gleich drei Kandidaten Anspruch auf den Einzug in das Hohe Haus.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 11. Oktober 2017 (15:59)
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ÖVP-Dreikampf: Wahlkreis-Listenerste Angela Baumgartner (vorne, Bürgermeisterin in Sulz im Weinviertel) sowie der Moosbrunner Paul Frühling und die Brucker Bezirksspitzenkandidatin Vera Sares aus Himberg.
Burggraf (2x), NÖN (1)/Collage NÖN

In Summe sind im Wahlkreis 3G NÖ-Ost vier Grundmandate zu vergeben. Die Chancen stehen daher nicht schlecht, dass ein ÖVP-Kandidat auf jeden Fall ins Hohe Haus einziehen wird.  

Neben der Wahlkreis-Listenersten Angela Baumgartner, Bürgermeisterin in Sulz im Weinviertel, machen auch der Moosbrunner Paul Frühling sowie die Brucker Bezirksspitzenkandidaten Vera Sares aus Himberg keinen Hehl daraus unbedingt in den Nationalrat zu wollen.

Vor allem die zwei Kandidaten aus dem Bezirk südlich der Donau betrieben einen aufwendigen Vorzugsstimmenwahlkampf. Termine hüben wie drüben standen auf der Tagesordnung, und stehen bis zum Wahltag am Sonntag noch immer an.

„Ich habe noch einige Termine im Wahlkreis bis am Samstagabend geplant“, erzählt der Moosbrunner Gemeinderat Paul Frühling. Auch bei Sares stehen noch einige „Verteilaktionen an“, wie sie im NÖN-Gespräch verrät. Auch Listenerste Angela Baumgartner wurde „zu einigen Veranstaltungen am Donnerstag und Freitag eingeladen“, diese werde sie nach ihrer Arbeit am Abend natürlich besuchen.

Verstimmungen im internen Match

Den Stimmungsbarometer für die ÖVP im Gesamten beschreiben alle der Kandidaten als „sehr gut“. Daher gehen die drei Konkurrenten auch mit einem guten Gefühl in die Wahlentscheidung am Sonntag. Baumgartner, Frühling und Sares waren naturgemäß in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur im eigenen Bezirk unterwegs, sondern auch im Wahlkreis-Nachbarn.

Allerdings mit unterschiedlichen Vorzeichen: Während Sares als Kandidatin des Wirtschaftsbundes vor allem Betriebsbesuche unternahm und damit der vom Bauernbund unterstützten NÖAAB-Vertreterin Baumgartner kaum in die Quere kam, gibt es zwischen ihr und dem Bauernbündler Frühling mehr Überschneidungen.

Da der Moosbrunner auch intensiv den Kontakt zu Gänserndorfer Funktionären und Wählern suchte, soll es zu Spannungen mit dem Umfeld Baumgartners gekommen sein. Die Sulzer Bürgermeisterin will sich dazu auf NÖN-Anfrage nicht äußern, Frühling sieht sich im Nachbarbezirk „gut aufgenommen“ und bezeichnet die Zusammenarbeit mit den anderen Kandidaten als “freundschaftlich“. Dennoch gibt er zu: „Es waren nicht immer alle glücklich, aber so ist das eben.“ Große Probleme habe es aber keine gegeben, versichert Frühling.  

Schlussspurt bis am Sonntag

Generell müssen die Kandidaten natürlich vornehmlich auf sich selbst und die Partei schauen. Und vor allem bei letzterem geben sich alle betont optimistisch. „Ich würde mich freuen, wenn ich in den Nationalrat einziehen könnte. Ich gehe aber entspannt an die Sache heran. Sollte es nicht klappen, geht für mich keine Welt unter. Dann kehre ich eben in meine Bank zurück, und ich arbeite dort gern“, erläutert Wahlkreis-Spitzenkandidatin Angela Baumgartner.

Die Brucker Bezirks-Spitzenkandidatin Vera Sares geht von einem guten Ergebnis der ÖVP aus. Zudem will „ich natürlich das Mandat in den unseren Bezirk holen“, untermauert sie, „und in dieser Funktion für den ganzen Wahlkreis da sein.“  Sie wolle der Wirtschaft in der Region eine starke Stimme verleihen.

Für den Wahlkreis-Listenzweiten Paul Frühling heißt es „laufen bis zum Schluss“. Er verspürt eine Aufbruchsstimmung bei den Wählern zugunsten seiner Partei, sein Ziel sei nicht nur selbst in den Nationalrat einzuziehen, sondern auch das „Ergebnis zu maximieren“.