„Radautobahn“ statt alter Petroneller Bahn

Auf der ehemaligen Draisinen-Strecke soll ein Radweg von Bruck bis Petronell errichtet werden. Einige Hürden gibt es aber noch.

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:25
Lesezeit: 2 Min
 Petroneller Bahn
Die Schienen auf der alten Bahnstrecke sind längst entfernt, das ließ noch Ralf Roggenbauer durchführen. Nun soll hier eine „Radautobahn“ errichtet werden.
Foto: Müller

Schon als Ralf Roggenbauer 2019 den Betrieb seiner Draisine einstellte, hatte er die Idee, dass sich die Strecke der alten Petroneller-Bahn gut für einen Radweg eignen würde. Schließlich bildet sie eine ziemlich direkte Verbindung zwischen Bruck, Rohrau und Petronell.

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Aufgegriffen wurde die Idee schließlich vom Energiepark. Er kaufte die alte Bahnstrecke von Roggenbauer. „Ein durchgängiges Radwegenetz hätte einen Nutzen für die ganze Region“, ist Energiepark-Geschäftsführerin Karin Mottl überzeugt. Die eigentliche Errichtung sollen die drei betroffenen Gemeinden übernehmen, koordiniert wird das Vorhaben vom Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum. Und es soll nicht irgendein Radweg werden, sondern eine sogenannte „Radautobahn“, also eine schnelle Verbindung, die deshalb auch asphaltiert wird.

„Ein durchgängiges Radwegenetz hätte einen Nutzen für die ganze Region“

Die Stadt Bruck hat sich diesbezüglich auch schon vertraglich mit dem Energiepark verständigt. „Wir haben einen Vertrag mit dem Energiepark, dass wir auf der Scheitelsohle einen Radweg errichten dürfen“, so Brucks Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ). „Derzeit gibt es keine Verbindung zwischen dem Donauradweg und dem Neusiedler See“, erklärt Weil, dass diese Lücke durch die neue „Radautobahn“ geschlossen werden soll und die internationalen Radwege verbunden werden sollen.

Feuer und Flamme für das Projekt ist auch sein Partei- und Amtskollege am anderen Ende der Strecke, Martin Almstädter. „Petronell war von Anfang an dabei. Diese einmalige Chance einer Radautobahn können wir nicht verstreichen lassen. Dadurch wäre man mit dem Rad in 15 Minuten von Petronell in Bruck“, so Almstädter. Und dadurch gäbe es dann einen Radweg von Bratislava bis Bruck. „Da tun sich große Möglichkeiten auf“, so Almstädter. Bedenken hat er derzeit nur wegen der Kosten. „Unser Teilstück wäre das längste, dadurch hätten wir auch den größten Kostenanteil. Wenn wir von 60.000 bis 80.000 Euro reden, werden wir das ohne Förderungen nicht schaffen.“

„Da tun sich große Möglichkeiten auf“

Doch derzeit scheint die größte Hürde noch die Überbrückung des Mittelstücks, das im Gemeindegebiet von Rohrau liegt. Bürgermeister Herbert Speckl (ÖVP) winkt nämlich ab. „Wir sind nicht dabei. Wir haben schon einen Radweg von Bruck bis Rohrau entlang dieser Bahntrasse. Das letzte Stück zwischen Bruck und Pachfurth haben wir schon vor einigen Jahren asphaltiert“, so Speckl.

Für Verzögerungen sorgten zuletzt auch noch Verhandlungen wegen einer mittlerweile ungenützten Autobahnbrücke auf der Strecke, die eigentlich weggerissen werden sollte. Diese wäre aber freilich für die Errichtung des Radwegs nützlich. „Die Brücke ist für Dampfloks gebaut worden. Sie wird also auch Radfahrer aushalten“, meint Brucks Bürgermeister Gerhard Weil, dass die Brücke für die Radautobahn ideal wäre. Die Entscheidung darüber liegt derzeit noch beim zuständigen Ministerium.

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