Aus für Bratislava-Bus in Hainburg: Buslinie 901 wird eingestellt

Direkte Verbindung zwischen Hainburg und Bratislava ist seit Montag Geschichte.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:33
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Die wichtige Buslinie zwischen Hainburg und Bratislava gibt es vorläufig nicht mehr.
Foto: Mraz

 Es ist ein herber Rückschlag für die Region: Die direkte Busverbindung zwischen Hainburg, Wolfsthal und Bratislava wurde am Montag endgültig eingestellt. Der bisherige Betreiber „Slovak Lines“ begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Erwägungen.

Man hätte die Linie ohne Subventionen und mit Verlust geführt, heißt es in einer Stellungnahme. Nur um die Kosten zu decken, müssten die Fahrgastzahlen ums Dreifache steigen. Zur Vorgeschichte: Die Buslinie 901 verbindet seit dem Februar 2009 die slowakische Hauptstadt mit Hainburg und Wolfsthal. Sie war schon mehrmals von der Einstellung bedroht.

„Tausende Pendler stehen vor vollendeten Tatsachen, da augenscheinlich alle Busbetreiber kein Interesse mehr haben, den 15 Kilometer großen Einzugsbereich von Bratislava über die Staatsgrenze hinaus zu bedienen“

Die Empörung über den Schritt ist groß. „Ich finde es traurig, dass wir 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wieder keine öffentliche Verbindung zwischen Hainburg und Bratislava haben“, erklärt Hainburgs Bürgermeister Helmut Schmid (ÖVP). Seit Beginn der Pandemie seien die Fahrgastzahlen zurückgegangen. „Es wäre positiv für uns, würde die Linie bald wieder aufgenommen. Grenzüberschreitender Verkehr ist ja keine Erfindung von uns, sondern in den Benelux-Ländern zum Beispiel durchaus üblich“, so Schmid.

„Tausende Pendler stehen vor vollendeten Tatsachen, da augenscheinlich alle Busbetreiber kein Interesse mehr haben, den 15 Kilometer großen Einzugsbereich von Bratislava über die Staatsgrenze hinaus zu bedienen“, schreibt NÖN-Leser Robert Wehofer.

„Tolles Projekt“ im Sinne der Grenzöffnung

Ein tolles Projekt als Folge der Grenzöffnungen Ende der 1980er Jahre sei endgültig gescheitert. „Auch die Versprechungen der regionalen Politiker, wonach es ausreichende Busverbindungen zwischen Bratislava und Hainburg gibt, haben letztendlich nicht gehalten. Somit wird der Entscheidungsfehler in der Vergangenheit, die Pressburger Bahn nicht um lächerliche vier Kilometer bis zur Staatsgrenze auszubauen, offensichtlich“, meint er. Der Autoverkehr in Hainburg, ohnehin ein Nadelöhr zwischen Wien und Bratislava, werde nun spürbar anwachsen und die Luft verschlechtern.

In einem offenen Brief melden sich auch ÖVP-Gemeinderat Rastislav Pavlik und andere besorgte Bürger zu Wort. Sie appellieren an das Land NÖ, den Selbstverwaltungsbezirk Bratislava und die drei Gemeinden, sich für die Wiederaufnahme einzusetzen.

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