Mehr Öffis für die Region. Das Römerland Carnuntum setzt auf Mikro-ÖV, um die Mobilität in der Region zu erhöhen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 03. November 2016 (04:03)
In Mannersdorf gibt es beispielsweise bereits ein Ortstaxi. Künftig soll es in der ganzen Region eine bessere Öffi-Verbindung geben.
NOEN, NÖN

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Region von A nach B gelangen will, der ist vielfach auf verlorenem Posten. Abseits der Bahnstrecken ist das Öffi-Angebot mehr als lückenhaft. Manche Gemeinden sind gar nicht oder nur an Schultagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Und auch zu den Schichtzeiten der größten Arbeitgeber der Region haben die Bediensteten kaum Möglichkeiten, ohne Auto an ihren Arbeitsplatz zu gelangen.

Bei dieser Ausgangssituation will nun der Regionalentwicklungsverein Römerland Carnuntum einhaken, um die Mobilität in der Region nachhaltig zu verbessern. In einem ersten Schritt soll eine detaillierte Bedarfsanalyse Daten liefern. Dabei sollen die Bedürfnisse der Nutzer und die Anforderungen an künftige Linienverkehrs-Verbindungen ebenso analysiert werden wie etwaige Kooperations-Möglichkeiten der Gemeinden. „Vor allem Einwohner ohne Auto, Schüler sowie ältere und gebrechliche Menschen sollen in Zukunft mobiler werden“, betont Römerland Carnuntum-Geschäftsführer Bernhard Fischer.

Bedürfnisse sollen erhoben werden

„Die Anforderungen an zukünftige Angebote und die Bedürfnisse der Bevölkerung gilt es zu erheben, um ihnen optimal Rechnung tragen zu können“, so Fischer. Unterstützt wird die Initiative vom Land NÖ. „Mobilität ist heute unverzichtbar. Gerade im ländlichen Raum ist die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel wesentlich“, betont Wirtschafts- und Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav.

Der öffentliche Verkehr werde immer mehr zu einem der „Schlüsselthemen für die Entwicklung einer Region – das gilt auch für die wirtschaftliche und die touristische Entwicklung. Die strategische Planung von Verkehrskonzepten stellt heute die Weichen für die Zukunft“, so Bohuslav. Dementsprechend gut passe das Projekt in die lokale Entwicklungsstrategie der Leader-Region.

"Der öffentliche Verkehr wird immer mehr zu einem der Schlüsselthemen für die Entwicklung einer Region.“

Landesrätin Petra Bohuslav

Auf Basis der Studien-Ergebnisse sollen in weiterer Folge Mikro-ÖV-Systeme entwickelt werden, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt sind. Die Umsetzung soll mit den Gemeinden erfolgen. Geklärt werden müssen dafür Betreiber-Modelle, die für die Anforderungen infrage kommen. Ein konkretes Betriebskonzept mit einem Fahrplan soll erarbeitet, Kostenberechnungen angestellt und Wirkungsanalysen durchgeführt werden.

Bisher gibt es nur vereinzelt in Gemeinden der Region Mikro-ÖV-Angebote. Die größte Stadt der Region, Schwechat, betreibt etwa seit 1991 ein Anruf-Sammeltaxi. Ähnliche Angebote gibt es auch in kleineren Gemeinden. In Bruck hat man sich im Zuge der Stadterneuerung entschieden, den Weg in Richtung Mikro-ÖV zu gehen.

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