Tourismus-Projekt: Wenn Häuser ihre Geschichte erzählen. Die Pachfurtherin Brigitta Trsek will Geschichten von Häusern über einen QR-Code für Passanten zugänglich machen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 18. Juli 2021 (04:55)
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Brigitta Trsek hört gerne zu, wenn ihr Menschen ihre Geschichten oder die ihrer Häuser erzählen.
Trsek

„Wer möchte mir seine Geschichten erzählen?“ mit dieser Frage ist Brigitta Trsek gemeinsam mit fünf Mitstreitern derzeit auf der Suche nach spannenden Geschichten für ihr Projekt „Haus Geschichten“.

Kleinen unbekannten Geschichten in Fokus

„Ich habe eine Affinität zu Geschichten von Menschen“, erzählt die Pachfurtherin, dass es ihr nicht um die große Weltgeschichte geht, sondern vielmehr um die kleinen unbekannten Geschichten, die das Leben schreibt.

Nach 20 Jahren im Bankgeschäft hat sich Trsek 2007 als Coach und Guide selbstständig gemacht. Ihr aktuelles Projekt hat damit allerdings nichts zu tun. „Auf Reisen habe ich mir immer wieder gedacht: ,Das ist ein schönes altes Haus. Schade, dass man darüber nichts weiß‘“, erzählt Trsek, wie die Idee für ihr Vorhaben entstanden ist.

Und die ist einfach erklärt: Man schafft eine Plattform und jedem Objekt wird ein QR-Code zugeordnet, mit dem die Geschichte(n) eines Hauses abrufbar sind. Dabei kann es sich tatsächlich um die Geschichte des Gebäudes handeln, oder aber auch um die des Besitzers.

Projekt ist auf ganzen deutschsprachigen Raum ausdehnbar

„Das könnte ich mir für den gesamten deutschsprachigen Raum vorstellen“, spinnt Trsek die Idee weiter. Starten will sie allerdings etwas kleiner, nämlich einmal mit Bruck und seiner Umgebung. Den Anfang hat sie mit ihrem eigenen Haus gemacht, das sie in Pachfurth vor einigen Jahren gekauft und seither liebevoll renoviert hat.

Auf der Website „HausGeschichten“ ist der Werdegang des ehemaligen Gasthauses aus dem Jahr 1772 als Musterbeispiel bereits abrufbar. Umgesetzt wird all das in Eigenregie und auf eigene Kosten. Nach weiteren Geschichten ist Trsek derzeit auf der Jagd.

Wer ihr seine Geschichte erzählt, bekommt einen QR-Code, den man als Kleber oder als Glasplakette auf seinem Haus anbringen kann. Passanten können sich beim Spazierengehen dann die Infos aufs Handy holen.

„Ich kann mir auch vorstellen, dass nach der Pandemie der weltweite Tourismus nicht so schnell wieder anläuft. Dann gibt es auch in der Gegend einiges zu entdecken“, kann sich Trsek vorstellen, am Ende des Tages ganze Spazierrouten zu den QR-Codes zusammenzustellen – als interessante Infoquelle für Touristen ebenso wie für Einheimische.