Unterschriften gegen Bodenversiegelung

Die Bruckerin Tanja Trombitas appelliert mit 460 anderen für ein Ende des Zubetonieren wertvoller Flächen.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:20
440_0008_8231585_gre46sb_ctp_industriegebiet_west_muelle.jpg
Stein des Anstoßes für die Petition gegen Bodenversiegelung war das Projekt des Immobilienentwicklers CTP, der auf dem Industriegelände West baut.
Foto: Müller

461 Unterschriften sammelte die Bruckerin Tanja Trombitas gegen weitere Bodenversiegelung. Den Anstoß für die Petition gab ein Projekt, das nun nicht mehr zu verhindern ist, nämlich jenes des Immobilienentwicklers CTP im Industriegebiet West. Dem Gemeinderat legte Trombitas die Unterschriften dennoch vor, in der Hoffnung, dass bei künftigen, ähnlichen Projekten darauf Rücksicht genommen werde. Denn das Thema sei den Menschen ein Anliegen. „Sie haben Angst, weil ihnen sprichwörtlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird“, erklärt Trombitas. Ihr Ziel ist, dass neue Betriebe vorrangig dort errichtet werden, wo bereits Boden versiegelt ist, nicht auf neuen wertvollen Flächen.

An den Brand- und Flutkatastrophen der jüngsten Vergangenheit sehe man deutlich, dass sich etwas ändern müsse. „Nicht umsonst steht wohl auch im NÖ Klima- und Energieprogramm 2030 das Ziel der Reduktion des Flächenverbrauchs“, so Trombitas.

„Durch die Mega-Betriebsansiedlung zwischen Bruck und Wilfleinsdorf wird nicht nur wertvolle Bodenfläche versiegelt, sondern es wird auch für eine Lkw-Mehrbelastung sorgen“

Umweltstadtrat Christian Vymetal (ÖVP) pflichtet Trombitas bei und betont, dass die ÖVP sich gegen das Projekt am Industriegelände ausgesprochen hat. „Durch die Mega-Betriebsansiedlung zwischen Bruck und Wilfleinsdorf wird nicht nur wertvolle Bodenfläche versiegelt, sondern es wird auch für eine Lkw-Mehrbelastung sorgen“, so Vymetal. Die SPÖ sei allerdings nicht auf die Bedenken der ÖVP eingegangen. „Klimaschutz geht uns alle an, daher sollte in diesem Bereich bei der SPÖ Bruck endlich ein Umdenken stattfinden und nicht nur Lippenbekenntnisse abgegeben werden“, so der Umweltstadtrat.

SPÖ-Bürgermeister Gerhard Weil betont, dass man die Kirche im Dorf lassen müsse. „Ich habe mich an die Gesetze zu halten. Fakt ist, dass über Jahrzehnte Flächen als Industriegrund gewidmet wurden. Wenn dort nun Eigentümer ihre Grundstücke verkaufen, kann ich das als Gemeinde nicht verhindern. Und wenn jemand ein Projekt einreicht, ist es meine Verpflichtung, es nach dem Gesetz zu behandeln“, so Weil.

„Wir tun sehr viel für den Klimaschutz und dafür, unsere Stadt für unsere Kinder lebenswert zu erhalten"

Man versuche allerdings, so gut es gehe, dafür zu sorgen, dass die Vorhaben klimaschonend umgesetzt werden. Was die „Industrieruinen“ angehe, so wolle er klarstellen, dass sich diese nicht im Eigentum der Stadt befänden. „Darüber können wir nicht verfügen“, betont Weil. Den Vorwurf, dass die SPÖ den Umweltschutz nicht ernst nehme, will Weil nicht auf sich sitzen lassen. „Wir tun sehr viel für den Klimaschutz und dafür, unsere Stadt für unsere Kinder lebenswert zu erhalten. Aber ich stehe mit beiden Füßen im Leben und auch die ÖVP sollte nicht Wasser predigen und Wein trinken.“