Kein Kassenbetrieb: Bank-Kunden verärgert

Erstellt am 25. Februar 2022 | 04:41
Lesezeit: 2 Min
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Ein Infoblatt an der Eingangstür erklärt die vorübergehende Einstellung des Kassenbetriebes.
Foto: Josef Rittler
„Viele kommen mit Selbstbedienung nicht zurecht“, sagt Gemeinderätin Elisabeth Petrik (SPÖ) aus Petronell-Carnuntum. „Die Einstellung ist nur vorübergehend“, kommentiert die Bank.
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„Unsere Raiffeisenbank hat ohne vorherige Information den Schalterdienst eingestellt“, berichtet Gemeinderätin Elisabeth Petrik (SPÖ). Das Selbstbedienungsfoyer sei schon zugänglich, aber viele ältere Mitmenschen kämen mit der Bankkarte nicht zurecht. „Das reicht vom Öffnen der Eingangstür bis zum Umgang mit dem Automaten. Ich habe einer alten Frau geholfen, die ihre Pension abheben wollte. Als die Tür nicht aufging, fing sie zu zittern und zu weinen an. Sie hatte Angst, nicht mehr an ihr Geld zu kommen“, sagt Petrik.

Nächste Bankstellen in Hainburg und Bruck

Die Begründung, man wolle wegen Covid-19 die Kontakte einschränken, hält sie für „fadenscheinig“. „Die nächsten Raiffeisenbanken sind in Hainburg und Bruck, was für jeden von uns zig Mal mehr Kontakt bedeutet und mit Bus oder Bahn jeweils etwa drei Stunden Zeitaufwand erfordert, dazu kommen die Fahrtkosten“, zählt Petrik auf.

Manche wären durch eine Gehbehinderung von Verwandten oder Bekannten abhängig. Dazu komme durch den längeren Weg ein größeres Risiko beim Abheben höherer Beträge. „Es wäre hilfreich, wenn wenigstens ein stundenweiser Schalterdienst eingerichtet werden könnte, um die Pensionsauszahlungen zu ermöglichen“, so Petrik.

„Wir bitten um Verständnis, aber die Maßnahme ist der außergewöhnlichen Situation geschuldet“, erklärt Bernd Troant, Direktor der Raiffeisenbank Bruck-Carnuntum. Die Einstellung des Kassenbetriebes sei vorübergehend, ein umfassender Selbstbedienungsterminal stehe den Kunden zur Verfügung, wo etwa Abhebungen und Überweisungen getätigt werden könnten.

„Wir sind nach wie vor mitten in der Omikronwelle, die Infektionszahlen sind hoch und als Teil der kritischen Infrastruktur müssen wir die Versorgung im gesamten Genossenschaftsgebiet sicherstellen“, führt Troant aus. Die Situation werde evaluiert und gegebenenfalls der Kassenbetrieb wieder aufgenommen und dies auch rechtzeitig den Kunden mitgeteilt.

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