Poetisch-musikalische Reise zur Demokratie. „Aus Mythen geboren“ lautete der Titel einer spannenden Hommage an das Theater und die Politikerin Melina Mercouri.

Von Otto Havelka. Erstellt am 10. August 2019 (04:22)
Havelka
Regisseur Hansgünther Heyme und die Schauspielerin Helga David lasen brandaktuelle Texte des antiken griechischen Dichters Aristophanes.

Dass eine Lesung mit Musik auch ein fesselndes Abenteuer sein kann, bewies der Intendant von „Art Carnuntum“, Piero Bordin, bei der Eröffnung seines „Welttheater-Festivals“ im Amphitheater am vergangenen Samstag.

Unter dem Titel „Aus Mythen geboren“ lasen der deutsche auf antikes Drama spezialisierte Regisseur Hansgünther Heyme und die Schauspielerin und Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, Helga David, Textfragmente des griechischen Dichters Aristophanes in der Übersetzung von Piero Bordin. Dazu gab es in einem kurzweiligen Programm musikalische Einlagen des „Orpheus Kammerorchesters Wien“ unter der Leitung von Konstantinos Diminakis mit Liedern, die die griechische Schauspielerin, Politikerin und Initiatorin der „Kulturhauptstädte Europas“, Melina Mercouri, gesungen hat.

"Wir müssen den Staat den Frauen übergeben"

Als hervorragende Interpretin der Hommage an Mercouri erwies sich die zypriotische Sängerin Katerina Vasileiadou, die im Festzelt auch mit den auf griechisch gesungenen Liedern, etwa von Mikis Theodorakis, den Geist von Widerstand und Liebe über die Bühne brachte.

Verblüffend auch, wie aktuell die rund 2.500 Jahre alten Texte von Aristophanes sind. Da heißt es etwa: „Es gab Zeiten, als man nicht nur wegen des Geldes ins Parlament einzog.“ Oder: „Wir müssen den Staat den Frauen übergeben.“