Bester Blaufränkisch vom Spitzerberg. Jahrgang 2017 von Winzerin Dorli Muhr aus Prellenkirchen wurde mit 94 Punkten im Fachmagazin „Wine Spectator“ auf Platz eins gereiht.

Von Josef Rittler. Erstellt am 18. Oktober 2020 (03:45)
Die erfolgreiche Winzerin Dorli Muhr und ihre Tochter Anna im Weingarten auf dem Spitzerberg.
Anna Zöcher

Es ist die beste Bewertung, die je ein Rotwein aus Österreich im Fachmagazin „Wine Spectator“ erhalten hat: Der Jahrgang 2017 des „Ried Spitzerberg 1ÖTW Erste Lage“ von Winzerin Dorli Muhr wurde mit 94 Punkten auf Platz eins unter Blaufränkisch-Weinen aus allen Weinbaugebieten Österreichs gereiht. „Ein Wein, der elegant am Gaumen tänzelt, dabei gute Konzentration und unglaubliche Komplexität zeigt. Der Duft beginnt mit dem verführerischen Aroma von Hibiskus-Tee und Rose, und führt dann zu einer tiefen und dichten Struktur von Kirsche, Cassis und Lakritze“, schreibt Experte Aleksander Zecevic. Der Siegerwein stammt von 45 bis 60 Jahre alten Reben am Spitzerberg.

Gleich dahinter, auf Platz zwei mit 93 Punkten, folgte ein weiterer Wein von Dorli Muhr. „Samt & Seide“ bezeichnet sie ihren Ortswein Prellenkirchen. Ein Blaufränkisch, der von zwischen zehn und 30 Jahre alten Reben hergestellt wird und ebenfalls auf den kargen Kalkböden des Spitzerbergs wächst. „Verführerischer Ausdruck mit samtiger Textur“, ist Zecevic auch hier begeistert. „Der Gaumen zeigt unglaubliche Präzision, mit Aromen von Maulbeeren, Johannisbeeren und Rosen. Sehr elegant.“

Dorli Muhr, die seit drei Jahrzehnten die international bekannte Agentur „Wine & Partners“ führt, gründete ihr Weingut im Jahr 2002. Das Herz des Weinguts ist eine 0,17 Hektar große Parzelle, die ihre Großmutter im Jahr 1918 zur Hochzeit geschenkt bekam. Muhr erwarb Stück für Stück Weingärten mit besonders alten Blaufränkisch-Reben am Spitzerberg, stellte alle Weinberge auf biologische Bewirtschaftung um und begründete eine neue, besonders sanfte Vinifizierungsmethode, um die feinen, eleganten Charakterzüge des Blaufränkisch hervorzuheben.

Der Spitzerberg wurde 2019 von den Österreichischen Traditionsweingütern als Erste Lage klassifiziert. Er ist eine den Karpaten vorgelagerte, extrem windexponierte und trockene Kalkformation. Wegen seiner kargen Bedingungen sind die Pflanzen- und Tierwelt außergewöhnlich – deshalb steht der obere Bereich des Berges unter Naturschutz.