AMS-Beraterin lässt Betrugspaar auffliegen

Erstellt am 11. April 2018 | 04:26
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Der Beschuldigte war vor Gericht teilgeständig
Der Beschuldigte war vor Gericht teilgeständig
Foto: APA
Mit einer getürkten Lohnbescheinigung versuchte ein kinderreiches Pärchen, sich erhöhte Sozialbezüge zu erschwindeln.
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Drei Kinder brachte eine 32-Jährige in die Beziehung mit einem Kfz-Meister (33) aus dem Bezirk Bruck. Ein gemeinsames Kind vervollständigte die Patchwork-Familie, es brachte das Paar aber auch an seine finanziellen Grenzen, wie es vor Gericht beteuert.

„Ich kenne wenige Sozialbetrüger, die in einem eigenen Haus sitzen. Eine Notlage, die ein derartiges Vorgehen nur annähernd erklärbar machen könnte, sehe ich hier nicht“, entgegnet Richter Dietmar Nußbaumer harsch auf die mitleidheischenden Erklärungsversuche der beiden Beschuldigten.

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Richter Dietmar Nußbaumer.
Foto: NÖN

Sichtlich beschämt knickt das Paar dann ein und gibt ihr Vorhaben, mit einer manipulierten Lohnbestätigung an erhöhte Sozialbezüge zu kommen, zu. Die AMS-Mitarbeiterin in Bruck habe aber sofort Verdacht geschöpft und den Betrugsversuch aufgedeckt, gesteht das Duo ein.

„Sie haben sogar Ihren Job riskiert, um Ihrer Lebensgefährtin zu mehr Notstandshilfe zu verhelfen. Sie versahen die falsche Lohnbescheinigung mit dem Firmenstempel Ihres Arbeitgebers und dessen Unterschrift. Arbeiten Sie noch in der Firma?“, will der Richter von dem Beschuldigten wissen.

„Ich bin noch immer dort angestellt, aber ich stand kurz vor einer fristlosen Entlassung. Es blieb bei einer Abmahnung“, sagt der 33-Jährige. Das bislang unbescholtene und geständige Paar kommt mit einer Diversion davon: Es muss insgesamt 7.080 Euro Geldbuße (6.600 Euro er, 480 Euro sie) leisten, dann wird das Strafverfahren wegen versuchten Betruges eingestellt.

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