Der Werkskanal wird bald trockengelegt. Der Sarasdorfer Heinz Berthold befürchtet Auswirkungen auf die Au. Laut Leithawasserverband bleibt eine Restwassermenge.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 07. Juni 2020 (05:11)
Der Werkskanal beim EVN Kraftwerk Seibersdorf wird Mitte Juni trocken gelegt. Auch im Mühlbach (im Bild) wird dadurch weniger Wasser fließen.
:Nicole Frisch

 „Was sich hier in meinem Lebensraum abspielt, ist besorgniserregend und macht mich traurig und zornig zugleich“, sagt Heinz Berthold. Der Sarasdorfer spricht damit Entwicklungen rund um die Aulandschaft im Trautmannsdorfer Gemeindegebiet an. Ab 15. Juni soll der Werkskanal des EVN-Kraftwerks Seibersdorf trockengelegt werden. Berthold befürchtet, dass dies negative Auswirkungen auf die Au haben könnte. Diese wird nämlich mit dem Wasser des Werkskanals versorgt. „Es wird wahrscheinlich das Ende von Millionen Lebewesen bedeuten und vielleicht auch das endgültige Ende dieses Feuchtgebietes“, meint Berthold. Kritik übt er auch daran, dass diese Trockenlegung in einer Trockenzeit stattfindet. 

Dass durch diese Trockenlegung weniger Wasser durch den Trautmannsdorfer Werkskanal, auch als Mühlbach bekannt, und somit durch die Au fließen wird, bestätigen Gerhard David, Obmann des Leithawasserverbandes II, und Bezirkshauptmann Peter Suchanek. Beide halten jedoch fest, dass es sich nicht um eine komplette Trockenlegung handelt, sondern eine Restwassermenge bestehen bleibt. Laut Suchanek sollen weiterhin zwei bis drei Kubikmeter Wasser durchlaufen. „Wir wollen ja auch nicht, dass größere Schäden entstehen“, hält David fest. 

Fehlender Regen als Problem

Die Trockenlegung ist notwendig für die Bauarbeiten für die Wehranalage Kotzenmühle in Hof und wird auch für Bauarbeiten für die Pischelsdorfer Wehr genutzt. Die Maßnahme ist zeitlich begrenzt bis 27. Juli. Danach fließt das Wasser wieder normal.

Problematisch sieht Berthold auch die Entwicklungen in der Au in den vergangenen Jahren. Kröten würden in seinem Gartenteich laichen, da sie in der Au keine Tümpel und Altarme mehr vorfinden. Das Problem sieht er vom Menschen gemacht.

VP-Bürgermeister Johann Laa widerspricht hier allerdings. „Wenn in der Au jemand etwas in eine Lacke schüttet, dann gibt es sofort eine Anzeige“, erklärt er. Er sieht das Problem eher in den sich verändernden Umweltbedingungen. „Von oben kommt einfach weniger Wasser, das wirkt sich auch auf die Au aus“, unterstreicht er. Die Wetterentwicklungen werden auch Auswirkungen auf die Trockenlegung des Kanals haben.