Erstellt am 11. Januar 2017, 03:33

von Susanne Müller

AMS-Bilanz: Arbeitslosigkeit im Bezirk steigt weiter. 1.640 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2016 beim AMS arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent.

AMS-Chef Herbert Leidenfrost zieht eine durchwachsene Bilanz für 2016.  |  AMS

Mit dem Jahreswechsel war es für das AMS Bruck an der Zeit, Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen. Das Ergebnis: 2016 war nicht alles schlecht, insgesamt war das Jahr aber dennoch eher durchwachsen.

Mit 1.941 vorgemerkten Arbeitslosen beendete der Dezember das Jahr. Damit gab es zum Jahreswechsel ein Plus von 98 Personen gegenüber dem Jahresende 2015. Diese anhaltende Rekordarbeitslosigkeit wird durch folgende Faktoren geprägt: Eine vergleichsweise belebte Konjunktur stützte 2016 die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften und sorgte für ein Beschäftigungsplus. Bis Jahresende wurden dem AMS 1.596 Vakanzen – also Stellen und Lehrstellen – angeboten.

Das entspricht einem Plus von 109. Gleichzeitig konnten 1.432 freie Stellen und Lehrstellen besetzt werden – um 45 mehr als im Jahr davor. Der Zuwachs an Arbeitskräften, die in diesem Jahr am Arbeitsmarkt zur Verfügung standen, war aber deutlich stärker als die zusätzlichen Jobangebote, die die Unternehmen bereithielten. Steigende Arbeitslosigkeit war die Folge. Mit 4,5 Prozent fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit 2016 zwar geringer aus als 2015 (6 Prozent), trotzdem waren im Jahresdurchschnitt 1.640 Personen arbeitslos.

Relative Gewinner waren junge Menschen

Bis Jahresende gelang es 2.115 Personen, aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder eine Beschäftigung aufzunehmen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von 108 Personen oder 4,6 Prozent.

Relative Gewinner am Arbeitsmarkt waren junge Menschen im Alter bis 25. Im Jahresdurchschnitt pendelte sich die Zahl der Vorgemerkten in der Altersgruppe und jene der Lehrstellensuchenden auf 217 ein – ein Rückgang um 6 Personen.

Zu den Verlierern gehörten Personen ohne Ausbildung oder mit gesundheitlichen Einschränkungen. So hatten 700 AMS-Kunden nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorzuweisen, zudem waren im Jahresdurchschnitt 378 Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen arbeitslos.

Weiterhin problematisch ist auch die Situation der Generation 50 Plus: 566 Personen waren im Jahresdurchschnitt arbeitslos – ein Plus von 78 oder 15,98 Prozent. „Positiv stimmt, dass 396 ehemals arbeitslose Ältere im letzten Jahr den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben geschafft haben“, freut sich Leidenfrost.