Erstellt am 18. Januar 2017, 04:51

von Susanne Müller

Arbeitsmarkt-Prognose: Jobsuche bleibt hart. Keine Besserung in Sicht: AMS stockt Ressourcen auf.

Gabriele Fälbl: Stärkere Unterstützung für Ältere und Frauen.  |  Photosandmore.at

Mit einer Entspannung am Arbeitsmarkt ist auch 2017 nicht zu rechnen. „Vor allem in der Ostregion Österreichs wird die Lage bis in die 2020er Jahre angespannt bleiben“, macht sich Brucks AMS-Geschäftsführer Herbert Leidenfrost keine Illusionen.

„Steigende Sockelarbeitslosigkeit wird österreichweit zunehmend zum Problem. Zugleich erwarten Unternehmen zu Recht, dass wir für sie bei diesem stetig wachsenden Pool an potenziellen Bewerbern den oder die Richtige/n finden“, so Leidenfrost. Gleichzeitig werde die erfolgreiche Vermittlung oft durch gesundheitliche Probleme, schlechte Ausbildung oder unzureichende Deutschkenntnisse der Bewerber erschwert.

„Dem Arbeitsmarkt steht ein tiefgreifender Wandel bevor.“

Gabriele Fälbl, AMS-Geschäftsführerin in Schwechat

Im Arbeitsmarktservice spürt man freilich seit Jahren die veränderten Bedingungen. Die Zahl der Jobsuchenden steigt von einem Rekord zum nächsten – und damit auch die Arbeitsbelastung für die AMS-Mitarbeiter. Heuer soll darauf mit einer Aufstockung der Ressourcen reagiert werden. Zwei zusätzliche Mitarbeiter werden das Team in Bruck auf 19 Personen erweitern. „Das freut uns natürlich, weil es sicher eine gewisse Erleichterung bringt“, so Leidenfrost. Darüber hinaus werden auch die finanziellen Mittel, die das AMS einsetzen kann, heuer um 300.000 Euro auf nunmehr 1,458 Millionen erhöht.

Die Schwerpunkte, die man in Bruck damit heuer setzen will, sind vor allem Qualifikationsmaßnahmen. „Die Tendenz geht dorthin, dass Firmen Arbeitskräfte austauschen, wenn sie besser ausgebildete bekommen können“, so Leidenfrost.

Herbert Leidenfrost setzt 2017 weiter auf „Qualifikation als Schlüssel zum Job“.  |  B.V. Lachner

Trotz stagnierendem Wirtschaftswachstum sei eine verstärkte Nachfrage an Fachkräften zu verzeichnen, betont auch Schwechats AMS-Leiterin Gabriele Fälbl. „Dem Arbeitsmarkt steht ein tiefgreifender Wandel bevor. Die Digitalisierung wird die Anforderung an Arbeitskräften sowohl bei FacharbeiterInnen als auch im Dienstleistungsbereich neu definieren. Es werden bisherige Arbeitsplätze wegfallen und zugleich neue entstehen“, ist Fälbl überzeugt.

Sowohl in Bruck als auch in Schwechat will man sich 2017 einmal mehr auf die älteren Arbeitssuchenden und Langzeitarbeitslosen konzentrieren: „Der Förderungsschwerpunkt liegt im Jahr 2017 einmal mehr auf Lohnkostenzuschüssen für Betriebe, die Personen über 50 oder langzeitarbeitslose Personen einstellen.“

Weiter im Programm bleiben unter anderem die überbetriebliche Ausbildung für Jugendliche, ein aufgestocktes Deutschkursangebot für MigrantInnen, Englischkurse für Personen in Dienstleistungsberufen (aufgrund der Flughafennähe) sowie ein neues Ausbildungsprogramm für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, das auch eine arbeitsmedizinische Abklärung und einen Kompetenzcheck vor Ausbildungsbeginn beinhaltet.