Ausbaupläne: Neue Chance für Windkraft. In der Region ist die Errichtung von gut dreißig neuen Windrädern geplant.

Von Otto Havelka. Erstellt am 08. Februar 2017 (03:51)
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Noch vor dem Sommer soll inSommerein mit dem Bau von zehn neuen Windrädern begonnenwerden.
Burggraf

EVN-Pressesprecher Stefan Zach ließ vergangene Woche mit einer optimistischen Prognose aufhorchen: Noch vor dem Sommer werde in Sommerein mit dem Bau von zehn Windkraftanlagen begonnen und auch in Au solle der Startschuss für den geplanten Windpark (fünf Windräder) spätestens 2020 erfolgen.

Die Überraschung ist groß, zumal noch vor einem knappen Jahr die Interessensgemeinschaft Windkraft (IG Windkraft) – eine Interessenvertretung fast aller Windenergiebetreiber, -hersteller und -förderer – eine Unterschriftenliste von 34 Bürgermeistern präsentierte, die um ihre geplanten und einträglichen Windparks fürchteten. Mit dabei auch Sommereins SP-Bürgermeister Karl Zwierschitz, Aus Bürgermeister Herbert Mihaly (Zukunftsbündnis Mihaly) und Scharndorfs VP-Bürgermeister Hubert Zwickelstorfer.

Und auch wenn die am vergangenen Mittwoch zur Begutachtung ausgeschickte „kleine Ökostromnovelle“ bei der IG Windkraft auf Widerstand stößt, weil „die tatsächlich verfügbaren Mittel für Windkraft gekürzt werden“, gibt es guten Wind für neue Anlagen im Bezirk.

Bau von insgesamt zehn Windrädern

Inklusive Bruckneudorf stehen fünf Projekte mit mehr als 30 Windrädern und einer Gesamtleistung von rund 100 Megawatt zur Disposition. In Sommerein wird laut EVN noch im zweiten Quartal dieses Jahres mit dem Bau von insgesamt zehn Windrädern begonnen. Die Gemeinde darf sich damit auf rund 250.000 Euro Einnahmen pro Jahr freuen.

In Höflein steht der Bau von fünf weiteren Windrädern auf dem Plan. Mit einem Start ist laut Energiepark Bruck-Geschäftsführer Michael Hannesschläger, im Jahr 2018 zu rechen. Drei neue Windräder sollen nächstes Jahr auch in Bruckneudorf aufgestellt werden. Für zwei weitere gibt es laut Hannesschläger derzeit aber „keine realistische Perspektive“.

In Au will die EVN in den kommenden zwei Jahren mit dem geplanten Windpark (fünf Windräder) beginnen. Allerdings müsste davor noch der Verwaltungsgerichtshof die Einsprüche der burgenländischen Gemeinden Loretto und Leithaprodersdorf für nichtig erklären. Für die Gemeinde brächte das einen schon nicht mehr erhofften Geldsegen von rund 150.000 Euro pro Jahr.

"Wir stehen dem grundsätzlich positiv gegenüber"

In Scharndorf sind derzeit schon 20 Windräder in Betrieb, elf davon wurden bereits 2002 errichtet. Von diesen sollen nun sieben durch neue Anlagen ersetzt werden, die etwa dreimal so viel Strom erzeugen wie die alten.

Theoretisch könnte auch hier schon im kommenden Jahr der Startschuss erfolgen. Voraussetzung ist aber die Zustimmung der Gemeinde. VP-Bürgermeister Hubert Zwickelstorfer: „Wir stehen dem grundsätzlich positiv gegenüber, aber bis jetzt hat es noch keine konkreten Gespräche mit den Betreibern gegeben.“ Ein Knackpunkt in den Verhandlungen wird sein, wie viel Geld mit der Errichtung größerer Windkraftanlagen für die Gemeinde abfällt.

IG Windkraft-Pressesprecher Martin Fliegenschnee warnt allerdings vor zu viel Optimismus. Bis Jahresende soll es laut Koalitionsabkommen eine umfassende Novelle des Ökostromgesetzes geben. „Es könnte auch sein, dass derzeitige Projekt-Listungen für 2018 dann nicht mehr gelten.“