Zuwächse in den Neuen Mittelschulen. Schülerzahlen steigen nicht nur in den Gymnasien. Fast 580 Erstklässler starten in einer NMS im Brucker Bezirk in das erste Schuljahr.

Von Birgit Samer, Nicole Frisch, Josef Rittler, Theresa Puchegger, Susanne Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 06. September 2017 (04:57)
Heuer werden es in den Brucker Mittelschulen drei erste Klassen in der NMS 2 sein und zwei in der NMS 1. Üblicherweise sind es aber nur drei bis vier Klassen insgesamt.
Müller

Die Gymnasien in Bruck und Schwechat platzen aus allen Nähten. Die Schülerzahlen stiegen in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. In Schwechat musste man heuer erstmals sogar Kinder aus Niederösterreich ablehnen, in Bruck erreicht man einen Rekordwert an Schülern. Während die Gymnasien „überrannt“ werden, hörte sich die NÖN bei den Neuen Mittelschulen (NMS) im Bezirk um, wie deren Entwicklung aussieht.

Einen „enormen Zuspruch“ sieht Reinhard Ransböck, Direktor der IMS Lanzendorf. Knapp 60 Kinder und damit drei erste Klassen wird es heuer geben. Innerhalb der letzten acht Jahre verzeichnete man einen Schülerzahlenanstieg um 130 Prozent. Eine Entwicklung, auf die Ransböck „sehr stolz“ ist. Trotz der Konkurrenz von vielen Gymnasien in der Umgebung würden sich die Schüler bewusst für die NMS entscheiden. Die „überschaubare und familiäre Atmosphäre“ sowie eine „sinnvolle und doch überschaubare freiwillige Ganztagesbetreuung“ – diese Kriterien sind für den Direktor entscheidend.

 Fünf erste Klassen, das hatten wir schon lange nicht.“ NMS1-Direktorin Inge Bartha freut sich über die heuer hohe Schülerzahl in den beiden Neuen Mittelschulen in Bruck 

In der NMS Mannersdorf starten dieses Jahr 51 Erstklässler. Diese wurden auf drei Klassen aufgeteilt. Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind das weniger Schüler. Direktorin Ulrike Arlt führt dies darauf zurück, dass der Jahrgang geburtenschwach ist. Die Raum- und Lehrerkapazitäten reichen für die neuen Schüler aus.

Einen Anstieg bei den Schülerzahlen verzeichnet wiederum die NMS Gramatneusiedl. Seit 2011 ist die Anzahl der Schüler von 110 auf 179 angestiegen – „das sind mehr als 62 Prozent“, betont Direktorin Elisabeth Nebenführ. Heuer starten 53 Erstklässler ins neue Schuljahr, sie werden in drei ersten Klassen unterrichtet. In Nebenführs Zweitschule, der NMS Ebergassing, gibt es heuer eine erste Klasse, in der 20 Schüler unterrichtet werden. Insgesamt besuchen 93 Kinder und Jugendliche die NMS. Damit bleibt die Zahl der Schüler nahezu unverändert: „Die Schülerzahl ist seit Jahren gleichbleibend um die 100 Schüler“, so die Direktorin.

Überaus erfreut über die Zahl der NMS-Erstklässler in Bruck zeigt sich Inge Bartha, Direktorin der NMS 1. Auf ihre Schule und die benachbarte NMS 2 werden in Bruck die Schüler aufgeteilt. Heuer sind es 103 Kinder. „Das sind fünf erste Klassen, das hatten wir schon lange nicht mehr“, freut sich Bartha. Zum einen sei das wohl auf einen starken Geburten-Jahrgang im Bereich der Brucker NMS zurückzuführen. Noch deutlicher zeichne sich zum anderen aber der Schülerzuwachs durch den Zuzug ab.

Die NMS Hainburg verzeichnet heuer etwa 280 Schüler, darunter 42 Erstklässler – das entspricht dem Durchschnitt. „Unser Angebot besteht in einem sprachlichen, naturwissenschaftlichen und lebenskundlichen Schwerpunkt“, berichtet Direktorin Rositta Köpplinger.

Eher gleichbleibend stellt sich auch die Neuschülerzahl in Fischamend dar. Insgesamt haben 25 Kinder in die NMS gewechselt, ob daraus eine oder zwei Klassen werden, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Mit rund 120 Schülern in sechs Klassen kommt man mit dem Raumangebot gerade aus, so Direktorin Monika Kristz.

Neuer Höchststand in der NMS Schwadorf

Platztechnisch am Limit agiert man in der EMS Schwadorf. Hier wird es im aktuellen Schuljahr nur zwei erste Klassen mit insgesamt 44 Schülern geben, da das Gebäude nicht mehr zulässt. „Einige sprengelfremde Kinder mussten leider abgelehnt werden, natürlich haben sie anderswo einen Platz erhalten“, berichtet Direktorin Gerlinde Stadler. Mit über 240 Schülern habe man einen Höchststand erreicht.

Deutlich mehr Erstklässler gibt es auch in der NMS Himberg. Zwei Klassen mit insgesamt 42 Schülern sind fix. Nachteile sieht Direktorin Zita Schatzl gegenüber dem Gymnasium keine: „Wir haben exakt den gleichen Lernstoff.“

Drei beziehungsweise zwei erste Klassen gibt es in den Schwechater Mittelschulen. Am Frauenfeld ist die Zahl von 65 Neulingen gleichbleibend zu den Vorjahren, wie Direktorin Gudrun Taller festhält. Mit insgesamt 272 Schülern in zwölf Klassen ist man auch deutlich größer als die Sport-NMS in der Schmidgasse. Direktor Rainer-Maria Weihs hat „nur“ rund 210 Schüler in neun Klassen unter seinen Fittichen. Davon aber immerhin 48 Erstklässler.