„Grünes Band“ steht vor Zerreißprobe. Naturschutzbund sieht durch Bau der Siedlung „Nesto“ Gefahr für Grünstreifen. Bratislava will Bedenken berücksichtigen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 14. Februar 2020 (05:45)
Die Großstadt Bratislava wächst in Richtung österreichische Grenze. Das führt nicht nur zu einer Zunahme des Verkehrsaufkommens, sondern bringt auch Bedenken hinsichtlich des Naturschutzes in der Region mit sich.
Rittler

Die Entwicklungsfirma Lucron plant, in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Wohnviertels „Nesto“ im Stadtteil Petržalka in Bratislava zu beginnen (Details siehe unten). Dieses Vorhaben ruft den Naturschutzbund auf den Plan.

„Die Stadt Bratislava will bis an die Grenze zu Österreich wachsen, womit das Grüne Band in dem Bereich auf slowakischer Seite zum Großteil verschwinden wird“, heißt es in einer Aussendung. Zwar sei dieses Projekt nicht mehr zu verhindern, doch müsse dafür Sorge getragen werden, dass weitere Bauprojekte einer umfassenden Prüfung unterzogen und im Einklang mit Lebensqualität und Naturschutz erstellt werden.

Bauprojekt-Flächen stehen nicht unter Naturschutz

Marek Dinka, Stadtplanungschef von Bratislava, verweist auf gültige Genehmigungen: „Als einzige europäische Großstädte liegen Bratislava und Triest direkt am ehemaligen Eisernen Vorhang. Das Gebiet der Stadt Bratislava umfasst eine Vielzahl von Naturschutzgebieten. Die Flächen, auf denen das private Bauprojekt Nesto geplant ist, stehen allerdings nicht unter Naturschutz.

Bei den Nesto-Grundstücken handelt es sich um Flächen im Stadtteil Bratislava-Petržalka, die zwischen der Autobahn D1/D2 bis D4/D2 gelegen sind. Sie wurden rechtmäßig als Bauland gewidmet und stehen nicht im Eigentum der Stadt Bratislava.“ Bratislava habe als einziges Instrument zur Regulierung der Stadtentwicklung den derzeit gültigen Gebietsplan zur Verfügung gestellt und sei um ein Einvernehmen mit den Nachbarn bemüht.

„Es fanden bereits mehrere Arbeitstreffen mit österreichischen Umlandgemeinden zum Thema Nesto statt. Als Resultat wird sich die Sektion Raumplanung der Stadt Bratislava zusammen mit dem Projekt BAUM 2020 um eine Verdichtung und den Lückenschluss des bestehenden Grüngürtels zwischen der slowakisch–österreichischen Grenze und dem geplanten Stadtviertel bemühen,“ so Dinka. Das Projekt BAUM 202 (Bratislava Umland Management) soll die Beziehungen zwischen der slowakischen Hauptstadt und dem österreichischen Umland vertiefen. Schwerpunkte der Initiative sind die Themen Raum und Umwelt, Mobilität sowie allgemein lokale und kommunale Kooperationen.