Landesausstellung 2011: Pröll zieht Bilanz. Der ehemalige NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll denkt gern an die Landesschau und die positive Stimmung im Jahr 2011 zurück.

Von Susanne Müller und Josef Rittler. Erstellt am 26. Mai 2021 (05:44)
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Ehrung der 450.000 Besucherin: Landeshauptmann Erwin Pröll, die Rekordbesucher Margarete und Hermenegild Zajic, die damalige Petroneller Bürgermeisterin Ingrid Scheumbauer und Geschäftsführer Kurt Farasin.
Rittler, Rittler

Erwin Pröll (geboren am 24. Dezember 1946 in Radlbrunn, NÖ) war von 1992 bis 2017 Landeshauptmann von Niederösterreich. Er hatte die Landesausstellung eröffnet und war 2011 oft bei Festakten und Veranstaltungen in der Region zu Gast. Im Gespräch mit der NÖN zieht Pröll eine persönliche Bilanz.

NÖN: Die Landesausstellung im Römerland Carnuntum war ja die zweiterfolgreichste in der Geschichte der Landesausstellungen. Was waren aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren?

Erwin Pröll: Für mich waren es drei wesentliche Gründe: Erstens, ein spannendes, populäres Thema, das perfekt umgesetzt wurde. Zweitens, eine exzellente Vorbereitung getragen von einer ganzen Region. Und drittens, die einzigartige Kombination aus Kultur und Natur, wo es neben der Ausstellung noch viel Interessantes für die Besucherinnen und Besucher zu erleben gab, etwa den Nationalpark Donau-Auen, die Barockschlösser oder die Weinkultur.

Was hat Ihnen persönlich daran am besten gefallen?

Pröll: Besonders beeindruckend war, wie es gelungen ist, den Alltag des römischen Lebens greifbar zu machen. Am besten nachzuvollziehen war und ist das bei der römischen Therme mit dem rekonstruierten Badegebäude, wo neben der Architektur vor allem das Raum- und Temperaturempfinden wirklich einzigartig ist. Wenn man das erlebt und sich vor Augen führt, was damals erschaffen wurde, dann ist das ungemein faszinierend. Vor Jahrhunderten wurden Innovationen ins Leben gerufen, die uns bis heute begleiten.

Woran erinnern Sie sich im Zusammenhang mit der Landesausstellung im Römerland Carnuntum heute noch gerne zurück? Gibt es da vielleicht eine Anekdote, die Sie mit den NÖN-Lesern teilen möchten?

Pröll: Mit einer Anekdote kann ich nicht aufwarten. Aber ich denke gerne an die positive, freudige Stimmung zurück, die bei der Eröffnung spürbar war. Aus der Vorfreude ist echte, ehrliche Freude geworden. Man hat richtig gemerkt, welch großer Ruck durch die gesamte Region geht.

Hat es auch Dinge gegeben, von denen Sie sich gewünscht hätten, dass die Region sie anders angeht oder umsetzt?

Pröll: Nein, und selbst wenn es welche gegeben hätte, dann wäre eine alte Weisheit zum Tragen gekommen, die meine Eltern immer zu mir gesagt haben: „G’schehene Sachen soll ma‘ für gut halten.“

Wie hat die Landesausstellung die Region dauerhaft verändert?

Pröll: Die Landesausstellung hat zu nachhaltigen wirtschaftlichen und touristischen Impulsen geführt. Das Römerland Carnuntum ist heute eine Marke mit Bekanntheit, Internationalität und Qualität. Es ist zu einem Schulterschluss der gesamten Region gekommen, der bis heute nachwirkt. Und das ist mindestens ebenso wichtig, weil damit auch in Zukunft viel bewirkt werden kann. Dazu gehört auch eine Dialogplattform wie der ‚Club of Rome Carnuntum‘, wo das Vorausdenken gezielt forciert wird.

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