Stadt Bratislava rückt näher an die Grenze. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung der Region an der Grenze, die zunehmend zusammenwächst.

Von Susanne Müller. Erstellt am 27. Oktober 2019 (04:33)
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Christian Berger vom Bratislava Umland Management berichtete, woran gerade gearbeitet wird.
Müller

Knapp 200 Interessierte aus Niederösterreich, dem Burgenland und aus der Slowakei drängten sich am Donnerstag im Spiegelsaal des Primatialpalasts in Bratislava zur Konferenz des Bratislava Umland Managements (BAUM).

Acht von 17 Stadtteilen von Bratislava liegen direkt an der Grenze zu Österreich. Einige Gemeinden auf unserer Seite der Grenze werden mehr und mehr zu Vororten der slowakischen Hauptstadt. Die Frage, der sich die diesjährige Bratislava Umland Konferenz widmete, war daher: „Wo beginnt und endet Bratislava?“ Sechs Vortragende beleuchteten das Thema nach verschiedenen Gesichtspunkten dies- und jenseits der Grenze.

Ein gelungener Meilenstein

„Städte funktionieren nicht isoliert, sie sind Bestandteil einer Einheit, in der Koordination gefragt ist“, betonte Bratislavas Oberbürgermeister Matúš Vallo. Unter anderem gelte es im Dreiländer-Eck, vier raumplanerische Systeme unter einen Hut zu bekommen – genau hier will auch das BAUM ansetzen. In diesem Sinne sei 2017 mit der Gründung des gemeinsamen BAUM-Büros in Bratislava ein Meilenstein gelungen, zeigte sich Karl Grammanitsch, Bürgermeister von Lassee im Bezirk Gänserndorf, überzeugt. Dementsprechend wichtig sei es, dass die politischen Entscheidungsträger dazu beitragen, dass das BAUM langfristig und strukturell etabliert werde, hob Harald Ladich vom Regionalmanagement Burgenland hervor.

Christian Berger vom Bratislava Umland Management gab einen Überblick, womit er und seine Kollegen sich im letzten Jahr befasst haben. Neben regelmäßigen Bürgermeistertreffen, einer Exkursion nach Freilassing und mehreren Border Walks mit über 200 Teilnehmern seien handfeste strukturelle Themen bearbeitet worden. Zum einen habe man sich dafür ins Zeug gelegt, dass die grenzüberschreitende Buslinie 901 erhalten bleibt. Die Stadt Bratislava zieht sich aus dem Betrieb zurück. Mit Slovak Lines konnte eine Weiterführung des Betriebs vereinbart werden.

Darüber hinaus ist derzeit ein heißes Thema die Entwicklung des neuen Stadtteils „Nesto“ in Petrzalka, der sich direkt bis an die Staatsgrenze erstrecken soll. In einer ersten Bauetappe soll dort Wohnraum für rund 4.000 Einwohner geschaffen werden.

Geplant ist außerdem eine grenzüberschreitende Überblickskarte für den öffentlichen Verkehr, die bis zur nächsten BAUM-Konferenz fertig sein soll. Und nicht zuletzt wird an einer Studie gearbeitet: „Wie schaffen wir es, das Projekt BAUM dauerhaft zu etablieren?“, so Berger. Derzeit ist das Projekt von Förderungen abhängig.