NÖN-Interview: Angela Baumgartner im Gespräch. VP-Spitzenkandidatin Angela Baumgartner über die Zukunft der Landwirte, Hausärzte und des Bildungssystems.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 09. September 2017 (03:54)
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Angela Baumgartner ist Bürgermeisterin in Sulz im Weinviertel.
Mauritsch

Mutter, Bankangestellte, Bürgermeisterin und jetzt Nationalrats-Spitzenkandidatin im Wahlkreis Bruck/Gänserndorf – Angela Baumgartner aus Sulz im Weinviertel soll für die Volkspartei in die Fußstapfen des Gänserndorfer Nationalrates Hermann Schultes treten.

Nach eigenen Angaben nicht ehrgeizig, wurde Baumgartner von ihrer Nominierung überrascht: „Ich habe nicht damit gerechnet, aber ich sehe es als Chance, mich für die Region einzubringen, die mir sehr am Herzen liegt.“ Die Bauerntochter wird von Bauernbund und NÖABB gleichermaßen unterstützt.

"Wir müssen uns damit beschäftigen"

Drei Themen stehen in ihrem persönlichen Fokus – jeweils politische Dauerbrenner, aber seit geraumer Zeit ungelöst. Im Mittelpunkt steht unter anderem das Thema Arbeit und Umwelt. Selbst aus der Landwirtschaft kommend, sieht Baumgartner eine Kombination von Tradition und Innovation als zukunftsweisend: „Wir müssen uns damit beschäftigen, welche Maßnahmen gesetzt werden können, um Böden fruchtbar zu halten und einer Versteppung entgegenzuwirken.“ Dazu kommen flache Strukturen, die es den Bauern ermöglichen sollen, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren.

Ein breites Spektrum im Themenkreis „Leben“ nimmt die medizinische Versorgung ein – Stichwort Landarzt. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass mehr Kassenplätze zur Verfügung stehen und damit ausreichend Zeit für die Patienten.“ Primärversorgungszentren kann die Spitzenkandidatin durchaus etwas abgewinnen, der örtliche Arzt soll jedoch die erste Ansprechperson bleiben. „Pflegeberufe müssen attraktiver werden, sowohl in der Bezahlung als auch im Image“, ortet Baumgartner dringenden Handlungsbedarf.

Bleibt noch das dritte Kernthema: die Zukunft. Bei diesem sehr globalen Begriff fällt der Mutter zweier Söhne und Lebensgefährtin eines Lehrers sofort das Bildungssystem ein: „Der Lehrplan muss an die heutigen Verhältnisse und an die Herausforderungen der Heranwachsenden in ihrer beruflichen Zukunft angepasst werden. Das wird wohl auch eine Aufstockung des Lehrkörpers notwendig machen.“

Baumgartner plädiert zudem für den Erhalt von kleinen Volks- und Sonderschulen. Ihrer Ansicht nach erhalten Menschen mit besonderen Bedürfnissen damit die bestmögliche Betreuung. Allerdings wünscht sich die Kandidatin auch in diesem Bereich eine Imageverbesserung.

Baumgartners Leitspruch: „Lerne von gestern, lebe heute, denke an morgen und lass dich nicht unterkriegen.“