Orgel im Marienheim klingt wie neu

Erstellt am 19. April 2020 | 05:24
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Die Orgel im Marienheim wurde überholt, komplett gereinigt, intoniert und gestimmt. Die Kosten betrugen 7.500 Euro.
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Nach knapp zwei Jahrzehnten treuen Dienstes musste die Orgel im Marienheim generalüberholt werden. Nicht nur war sie schon verstimmt, es waren auch Mängel, wie hängende Tasten aufgetreten, die im Gottesdienst und Konzert störend aufgefallen waren.

Organistin Maria Magyarová Plšeková schlug den slowakischen Orgelbauer Martin Bako für die Generalüberholung vor. Bako ist nicht nur Experte im Orgelbau, sondern ein virtuoser Orgelspieler, der seit 2008 als Titularorganist an der Kathedrale in Bratislava wirkt. Er hat zuletzt im Rahmen des Orgelherbstes 2019 auf der Orgel gespielt und kennt das Instrument im Marienheim.

Bako zerlegte die Orgel und nahm kleinere Reparaturen vor. Alle Dichtungen wurden gerichtet, die Pfeifen gereinigt, die Mechanik neu reguliert und die Orgel neu intoniert und gestimmt. An der Hinterwand wurde eine feste Tür weggenommen, sodass die Pfeifen leichter zugänglich sind und besser klingen.

Das Instrument wurde von der bekannten Schweizer Firma Mathis gebaut und am 15. September 2001 beim Fest der Patronin des Ordens durch Weihbischof Helmut Krätzl geweiht. Es besteht aus 842 Pfeifen aus Holz und Zinn und verfügt über elf Register auf zwei Manualen und einem Pedal. Da der Einbau einer Orgel hinter den Bankreihen an der eingeschobenen Rückwand seinerzeit nicht sinnvoll erschien, wurde das Werk an der linken Seitenwand aufgestellt. Das Gehäuse wurde in klassischer Bauweise architektonisch und stilistisch als eigenständiges Werk konzipiert und nur in einigen Details auf den Innenraum der Kapelle abgestimmt.

Es wurde in Massivholzkonstruktion unter Verwendung naturtrockener Spessarteiche hergestellt. Die Lücken zu den Seitenwänden der Nische füllen die acht tiefsten, zurückgesetzt aufgestellten Holzpfeifen des tiefsten Pedalregisters auf. Eine Besonderheit ist dem knappen Platz in der Kapelle geschuldet: Der Blasebalg, der die Pfeifen mit Luft versorgt, befindet sich auf dem Dachboden. Die Kosten betrugen rund 7.500 Euro. Die Orgel wird bereits wieder im Gottesdienst gespielt.

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