Au: Misstrauensantrag knapp gescheitert. Herbert Mihaly bleibt vorerst Bürgermeister in Au. Ein Misstrauensantrag der Opposition scheiterte an einer Stimme.

Von Otto Havelka. Erstellt am 16. Juni 2021 (17:16)
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Montagabend versammelten sie die Gemeinderäte von Au in der Kulturhalle, um über einen Misstrauensantrag von SPÖ-Mandatar Rudolf Wiesinger gegen Bürgermeister Herbert Mihaly (Zukunftsbündnis Mihaly - ZuM) abzustimmen. Ortschef Mihaly kam nicht zur Sitzung, zumal er bei der Abstimmung ohnedies kein Stimmrecht gehabt hätte.

Wiesinger hatte an den Wänden der Kulturhalle mehr als zwei Dutzend (selbst gefertigte) Plakate affichiert, um das "Sündenregister" des Bürgermeister darzustellen. Vom verpatzten Kauf der Sparkassen-Filiale über Versäumnisse beim sanierungsbedürftigen Feuerwehrhaus bis zum Vorwurf gegen das Arbeitsgesetz und die Gemeindeordnung zu verstoßen reichten die Vorwürfe.

Nach zwei Stunden zum Teil hitziger Diskussionen, wurde schließlich abgestimmt: Neun Gemeinderäte plädierten für die Absetzung Mihalys, vier dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Om Mihaly zu entthronen wäre eine Zweidrittel-Mehrheit - sprich zehn von insgesamt 15 Stimmen notwendig gewesen. Bei derzeitiger Sitzverteilung im Gemeinderat (8 Sitze ZuM, 6 Sitze ÖVP, 1 Sitz SPÖ) müssen in der geheimen Abstimmung aber mindestens zwei Zum-Vertreter gegen ihren Fraktionschef gestimmt haben. 

Ein Ruhekissen ist das für Mihaly jedenfalls nicht, zumal die Opposition schon mit Klagen gegen den Ortschef droht. 

"Wir planen keine feindliche Übernahme" sagt ÖVP-Obmann Stefan Hinterbuchinger. "Wir können auch mit einem anderen Bürgermeister der Liste ZuM leben." Und auch SPÖ-Mandatar bekräftigt: "Ich will nicht Bürgermeister werden."