Region erstellt ihren „Energie-Fahrplan“. Die Region will als „Energiereiches Römerland Carnuntum“ die Energiewende schaffen und auf fossile Brennstoffe verzichten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. November 2016 (02:09)
Der Energiepark und das Römerland Carnuntum starten mit einem Leader-Projekt in Richtung Energiewende durch. Kleines Bild: Norbert Koller vom Energiepark.
Müller

Schon einmal hat sich die Region in Sachen Energieversorgung ein hochgestecktes Ziel gesetzt. Damals ging es um die 100-prozentige Versorgung des Römerlands Carnuntum mit erneuerbarer Energie. Zu Beginn noch als schwer erreichbar eingestuft, ist dieses Ziel mittlerweile schon längst erreicht.

„In anderen Bereichen gibt es aber sehr wohl noch viel zu tun“, so Norbert Koller vom Energiepark, der Motor für so gut wie alle Maßnahmen in Sachen erneuerbarer Energie in der Region. „Energiereiches Römerland Carnuntum“ lautet der Titel eines Projekts, mit dem sich die Region das nächste ehrgeizige Ziel steckt: die regionale Energieversorgung ohne fossile Energieträger zu bewerkstelligen. Umgesetzt werden soll das Projekt mit Förderungen aus den Leader-Töpfen. „Bewusstseinsbildende Maßnahmen sind im Konzept der jetzigen Leader-Periode verankert“, so Koller.

Wir wollen eine spannende Energieregion bleiben.“

Norbert Koller, Energiepark Bruck

In den ersten beiden Jahren sollen vier Schwerpunkt-Themen angegangen werden. Ein ganz zentraler Bereich ist dabei das Thema Wärme. Passend zu aktuellen Diskussionen über Ölheizungsverbote soll der Abschied von den fossilen Brennstoffen dabei im Vordergrund stehen. Belegt werden soll, dass es dabei auch um ganz konkrete finanzielle Vorteile für die Region geht.

„Wir stellen Modell-Rechnungen an, wie viel Kaufkraft die Region durch den Import fossiler Energieträger verliert“, erklärt Koller. Aufbauend auf dem bestehenden regionalen Energiekonzept werden dafür zum Thema Wärme die Daten aktualisiert. Ein spezielles Beratungsangebot für Gemeinden und Betriebe soll für die Breitenwirkung sorgen. Ein Fokus liegt freilich auf den gemeindeeigenen Gebäuden. „Über Energiesprechtage wollen wir auch die Bevölkerung ansprechen“, so Koller.

Crowd-Funding-Modelle mit Bürgerbeteiligung

Ähnliche Maßnahmen sollen parallel dazu Schwung in die Abdeckung der Region mit Photovoltaik-Anlagen bringen. „Ein regionsweiter Solarkataster soll dafür sorgen, dass die Gemeinden ihr Potenzial im Bereich Sonnenenergie kennen“, so Koller, der betont: „Die Speichertechnologie bekommt gerade starken Aufwind. Damit rückt es in greifbare Nähe, dass man den gesamten Strom aus der Photovoltaik auch speichern und somit selbst verbrauchen kann“, so Koller. Dazu werde auch an Crowd Funding-Modellen mit Bürgerbeteiligung gearbeitet.

Um schon die Jugend für das Thema zu gewinnen, wird es 2017 ein mehrtägiges Camp im Archäologiepark Carnuntum geben, bei dem der Bogen von der Wärmeversorgung der Römer bis zur Jetztzeit gespannt wird.

Konkrete Ziele für die Zukunft soll sich die Region dann bei einer Tagung im Herbst 2017 setzen. „Da wollen wir den Energie-Fahrplan 2030 auf die Beine stellen“, so Koller, der betont: „Wir wollen eine spannende Energieregion bleiben und bei dem Thema weiterhin die Nase vorne haben.“