Manfred Müller sagt dem Kasperl Adieu. Der Trautmannsdorfer war jahrelang Direktor im Wiener Urania-Puppentheater. Ende April verabschiedet er sich in die Pension.

Von Theresa Puchegger. Erstellt am 16. März 2019 (04:52)
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Direktor Manfred Müller geht Ende April in Pension.

Ende April fällt für Manfred Müller der letzte Vorhang. Der Trautmannsdorfer verabschiedet sich dann von der großen Bühne im Wiener Urania-Puppentheater in die Pension. Seit 1995 war er Direktor des Puppentheaters – und damit Chef von Kasperl und Pezi.

„Ich habe selbst die Stücke geschrieben und die Puppen gebaut. Es war eine tolle Zeit, ich habe mich wirklich ausleben können“, erzählt Müller im Gespräch mit der NÖN. Nicht nur die Puppen und die Stücke, sondern auch die Requisiten und Kulissen, die Kostüme und die Musik stammen aus der Feder von Müller. Er hat sich Kasperl und Pezi seit 1973 ganz verschrieben – immerhin hat er seit seinen Anfängen im Puppentheater auch zwei Bücher über den Kasperl geschrieben und die Puppen zusammen mit seinen Kollegen auch selbst zum Leben erweckt.

Dass er beim Kasperltheater gelandet ist, ist dabei mehr dem Zufall als einer besonderen Leidenschaft zu verdanken. „Ich war jung und habe einen Job gesucht“, erzählt Müller, dass er 1973 eher zufällig in der Urania anheuerte.

Manfred Müller übergibt im April an André Heller

Aus dem Beruf wurde aber schnell eine Leidenschaft: „Ich bin hineinmarschiert und picken geblieben. Natürlich hat es mir dort sehr gut gefallen, sonst wäre ich nicht so lange geblieben“, erzählt er.

Der Trautmannsdorfer war zuerst Ton- und Lichtingenieur, ehe er ab 1995 in der Direktion des Puppentheaters saß. „Ich habe das Theater mehr oder weniger geerbt. Als das Ehepaar Kraus gestorben ist, war ich plötzlich der alleinige Besitzer“, sagt Müller. Ab 1999 übernahm er die Gesamtdirektion über das Puppentheater.

Nun – nach 46 Jahren im Urania-Puppentheater – verabschiedet sich Müller. Dass es für Kasperl und Pezi auch ohne ihn weitergeht, freut den Trautmannsdorfer Direktor. „Es ist wichtig, dass das Puppentheater weiter besteht“, betont Müller. Er verkauft es mitsamt sämtlichen Puppen, die damit aus seinem Haus in Trautmannsdorf ausziehen müssen, an André Heller.