Bruck: Vorerst nur eine Teststrecke im Harrachpark. Die erste Phase der Sanierung der Flussläufe startet im Februar. Zweiter Testbereich muss aus Kostengründen warten.

Von Susanne Müller. Erstellt am 03. Februar 2021 (03:22)
Werner Consult

Aus den Wasserläufen im Harrachpark gilt es, etwa 80 Tonnen Schlamm herauszuholen. Die Sanierung der Flussläufe ist ein seit Jahren geplantes Projekt, um den Durchfluss wiederherzustellen, wozu sich die Stadtgemeinde im Pachtvertrag für den Harrachpark verpflichtet hat. Eigentlich wäre vorgesehen gewesen, mit zwei Teststrecken zu beginnen.

Nun wurde angesichts der Corona-bedingt angespannten Budgetsituation fürs Erste auf eine Teststrecke reduziert. „Wir sind vom Land angehalten, nur das Allernotwendigste umzusetzen“, so SP-Bürgermeister Gerhard Weil.

„Umgesetzt wird jetzt die Teststrecke beim Hafenbecken, denn die Sanierung des Einlaufs hat absolute Priorität“, erklärt Projektleiter Helmut Lehner. Das historische Becken bei der Schlossmühlgasse soll zuerst archäologisch befundet und dann vom Schlamm befreit werden. In diesem Bereich sollen dann auch jene Baulichkeiten untergebracht werden, die künftig dafür sorgen sollen, dass die Leitha nicht mehr so rasch verschlammt. Beim Rohrdurchlauf bei der ehemaligen Güterdirektion soll zudem ein sogenanntes Sedimentsegeln eingebaut werden, sodass der Wasserzulauf über die ganze Breite verteilt wird. „Das alles soll aber unsichtbar sein“, erklärt Lehner, dass dies auch mit dem Bundesdenkmalamt so vereinbart worden sei. Einiges an den Baulichkeiten sind Prototypen.

„Die Maßnahmen haben in einigen Bereichen Pilotcharakter“, so Lehner. Ein erster Teil wurde bereits umgesetzt: Eine Wehr in der Leitha wurde umgebaut und die technischen Voraussetzungen für den trübegesteuerten Einlauf geschaffen. „Das soll in Zukunft ermöglichen, dass die Wehr über eine Lichtschrankensteuerung schließt, wenn der Sedimentgehalt zu hoch ist“, erklärt Lehner. Noch im Februar sollen die Zufahrtswege befestigt werden und andere Vorbereitungsarbeiten stattfinden. Voraussichtlich im März soll dann mit dem Ausbaggern des Schlamms begonnen werden.

Die zweite Teststrecke wäre beim Sportplatz-Eingang gewesen. Dort hätten die beiden Inseln und die dazugehörige Wasserfläche wiederhergestellt werden sollen. Das ist jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben. „Die zweite Teststrecke wäre für die archäologische Befundung sehr interessant, weil dort in den 1980er Jahren nicht gegraben wurde“, erklärt Lehner. Für das Gesamtprojekt sei sie aber von untergeordneter Bedeutung. „Das Gewässer funktioniert dort im Wesentlichen“, so Lehner. Ursprünglich hatte die Stadt den finanziellen Rahmen für das Gesamtprojekt mit einer Million Euro festgelegt. Anhand der Teststrecke sollte sich ableiten lassen, wie weit man mit diesem Betrag kommt. Die Bauleistung für die Teststrecke 1 wurde vom Gemeinderat bereits einstimmig an die Strabag mit einem Auftragswert von rund 299.000 Euro vergeben. „Erste Einleitungsgespräche mit der Strabag hat es bereits gegeben. Sie beginnen so bald wie möglich“, erklärt Weil.