Nutrias unterwandern die Dammstraße in Bruckneudorf. Das Bankett in der Dammstraße bricht teilweise ein, weil Nutrias darunter Gänge anlegen. Die Straße selbst ist nicht gefährdet.

Von Otto Havelka. Erstellt am 05. November 2020 (04:45)
Nutrias sind possierliche kleine Nagetiere, doch sie können mit ihren unterirdischen Gängen beträchtlichen Schaden anrichten.
Havelka

„Heut hat es mich erwischt“, teilte vor einer Woche SP-Gemeinderat und Obmann des Vereins zur Pflege des Naturschutzgebietes Batthyanyfeld-Leithaauen, Bernhard Schütz, via Facebook mit. Bei einer Kontrolle der Biberreviere an der Leitha rollte der Naturschutz-Beauftragte mit seinem Auto langsam auf das Bankett der Dammstraße – und schwups, versanken die Räder seines Wagens unvermutet in einer Grube.

Die Falle stammte laut Schütz allerdings nicht von den Bibern, sondern von Nutrias. Die durchaus zutraulichen Nager mit den putzigen Augen sorgten schon im Vorjahr für Aufregung.

An der Leithabrücke etablierte sich eine Fütterungsstelle der Nutrias durch Passanten. Schütz warnte: Eine steigende Population der Nutrias wäre auch eine Gefahr für den Hochwasserschutz (die NÖN berichtete). Denn die zur Familie der Ratten gehörigen Nutrias graben in Uferböschungen und Dämmen bis zu 45 Meter lange Gänge. Bei Hochwasser könnten dann die untergrabenen Uferböschungen einbrechen.

Einen solchen Gang legten die Nutrias offensichtlich schon vor Monaten bis unter die Dammstraße an.

Der Kommandant des Truppenübungsplatzes (TÜPl), zu dessen Areal auch die Dammstraße gehört, Markus Ziegler: „Wir haben damals die Grube im Bankett zubetoniert. Jetzt haben die Tiere daneben offensichtlich einen neuen Gang angelegt, den wir umgehend sanieren werden.“

Jedenfalls brauche sich niemand Sorge machen, dass die Dammstraße beim Befahren einbreche. Viel eher hauen sich die Nutrias beim Graben den Kopf am Beton an.