Blühende Aussichten für Lavendelprodukte

Der Scharndorfer Landwirt Johannes Mikola erzeugt unter der Marke „Lowland Essences“ natürliche Kosmetikartikel wie Seife und Duftöl.

Josef Rittler
Josef Rittler Erstellt am 28. August 2020 | 05:03
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Das Lavendelfeld hinter dem Haus vor der Ernte.
Foto: privat

Ein Bild, wie man es sonst nur aus dem Mittelmeerraum kennt: Hinter dem Haus der Familie Mikola wachsen 2.000 Lavendelstauden. Der 41-jährige Landwirt Johannes Mikola hat voriges Jahr mit der Produktion von Kosmetikprodukten aus Lavendel begonnen.

Das Feld, auf dem der Lavendel wächst, lag früher brach, es war eine Projektbrache für den Steinkauz. Die seltene kleine Eulenart sollte hier ein Stück Lebensraum vorfinden. „Die Steinkäuze sind aber abgewandert, daher wollte ich das Feld anderweitig nutzen“, berichtet Mikola im Gespräch mit der NÖN. Die Idee, Lavendel anzubauen, entspross dem eigenen Garten, wo die von Ehefrau Tanja gepflanzten Lavendelstauden üppig ins Kraut schossen. „Warum also nicht eine mehrjährige Kultur versuchen?“

Die Pflege ist einfach: Das Feld wird gefräst, bei Bedarf wird bewässert. Zehn Jahre kann der Lavendel genutzt werden. Geerntet wird dann per Hand. Aus ein paar hundert Lavendelblüten werden zehn Liter ätherisches Öl gewonnen, das in Gebinden zu zehn Milliliter verkauft, oder in Kosmetikprodukten wie Seifen oder Badebomben verarbeitet wird. Die Blüten werden auch in Duftsäckchen angeboten.

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Im Verkaufsraum:Johannes und TanjaMikola mit Tochter Mia, die eines der Geschenksetspräsentiert
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Das Destillieren erfolgt im Rahmen der Landwirtschaft und funktioniert ähnlich wie beim Edelbrand. Alle Produkte sind vegan, zusätzlich zum Lavendelöl werden Kokosfett, Natron, Zitronensäure, Duftöl und Farbe verwendet. Neben Lavendel sind mittlerweile auch Seifen und Badebomben in anderen Duftsorten wie Zimt oder Vanille erhältlich. „Für besondere Anlässe kann man Geschenksets erwerben, die gut ankommen“, berichtet Tanja Mikola.

Der Vertrieb erfolgt über den Online-Shop und auf Märkten. „Das Online-Geschäft hat mit Corona begonnen, da stieg der Absatz. Man kann auch vorbeikommen und sich den Verkaufsraum anschauen“, sagt Mikola.