Brucks Buchhandlung ist Geschichte. Das Ende kam überraschend schnell: Seit Samstag ist die Buchhandlung von Alois Riegler geschlossen.

Von Otto Havelka und Sophie Müller. Erstellt am 11. März 2020 (06:09)
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Mit viel Erfahrung und Kundennähe hat der Scharndorfer Alois Riegler (kleines Bild) 16 Jahre die einzige Buchhandlung in der Stadt geführt. Nun musste er zusperren.
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Schon vor zehn Tagen ließ Alois Riegler durchblicken, dass er seine Buchhandlung wohl endgültig schließen werde. „Die Überlegungen sind sehr ernst, es geht einfach nicht mehr“, bekundete er gegenüber der NÖN. „Ich weiß nicht, wo die Leute ihre Bücher bestellen, jedenfalls nicht mehr in der Buchhandlung“, zog Riegler eine düstere Bilanz.

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NOEN

Dann ging es Schlag auf Schlag: Erst wurde kurzfristig die Lesung der Krimi-Autorin Ursula Poznanski, die für die Vorwoche geplant gewesen war, abgesagt. Hieß es zuerst, die Buchhandlung werde Mitte bis Ende März geschlossen, verkündete Riegler Ende der Vorwoche auf einem Plakat an der Eingangstür, dass bereits am vergangenen Samstag, 7. März, Sperrstund ist.

Nun rätseln etliche Kunden, wie sie zu den von ihnen bestellten Büchern kommen. Und mit dem überraschend frühen Geschäftsschluss entfällt auch die einzige Ticket-Verkaufsstelle für den Opernabend am kommenden Samstag im Stadttheater.

Damit verliert die Stadt ihre einzige Buchhandlung, die von vielen Stammkunden auch sehr geschätzt wurde.

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Mit einem Schreiben an der Tür der Buchhandlung gab Riegler am Ende kurzfristig die Schließung bekannt.
NOEN

Riegler hatte die Buchhandlung in der Kirchengasse im Jahr 2004 von Ehepaar Inge und Lothar Laaber übernommen. Über Jahre befand sich dort auch eine Vinothek. Bei unzähligen Lesungen war das Geschäft so gut wie jedes Mal mehr als voll.

2015 hatte Riegler die Buchhandlung um ein „Gustorium“ erweitert – eine gemütliche Ecke, in der man Kaffee und Tee genießen konnte. „Man kann es auch einfach Kaffeehaus nennen“, hatte Riegler damals gescherzt. Doch aus wirtschaftlicher Sicht dürfte das wohl nicht gereicht haben. Schließlich hatte Riegler schon vor einem Jahr seine Buchhandlung in der Hoffnung auf mehr Frequenz von der Fußgängerzone Kirchengasse in die Wienergasse übersiedelt. Anstelle der früher 400 Quadratmeter standen dort jedoch nur noch 250 zur Verfügung.