Leitha wird wieder ein naturnaher Fluss. In Rohrau und Schönabrunn wurden Abschnitte des Ufers abgeflacht. Angrenzende Flächen werden natürliche Wiesen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 08. März 2020 (05:50)
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Die Leitha wurde im 19. Jahrhundert stark reguliert und soll jetzt abschnittsweise wieder in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden. Die Maßnahmen sind Teil eines Projektes des Leitha-Wasserverbands II und umfassen mehrere Teilabschnitte. Derzeit wurden mit der Abflachung des Leithaufers bei Rohrau und Schönabrunn weitere Schritte gesetzt.

In Rohrau wurden im Feuchtgebeit Rohrluss/Gemeindeweide, in Rohrau selbst und bei der Ablass-Schlinge Maßnahmen gesetzt. Im Bereich des noch vorhandenen Biotops Rohrluss wurde das rechte Flussufer auf einer Länge von etwa hundert Meter gesenkt und eine Flachwasserzone hergestellt. Im Osten wird eine steile Uferwand belassen. Derartige Strukturen bieten Lebensraum für selten gewordene Arten wie Eisvogel oder Uferschwalbe.

Im Ortsgebiet von Rohrau wird das Leitha-Ufer auf ebenfalls hundert Meter Länge abgeflacht und der Zugang zum Fluss wieder hergestellt. Auf den flachen Böschungen entstehen Wiesenflächen, die bald wieder von neu gepflanzten Bäumen überschirmt sein werden. Im Zuge der Bauarbeiten kamen Reste der Anfang der 1980-er Jahre abgetragenen Wehranlage zutage. Die Betonmauer wurde belassen und in die Geländegestaltung integriert. Die Ablass-Schlinge ist ein Relikt der unregulierten Leitha. Sie wurde geräumt und wieder an den Fluss angebunden. Wurzelstöcke und Totholz sollen das Ufer strukturieren.

In Schönabrunn (Marktgemeinde Prellenkirchen) wurde im Bereich der Einmündung des Abzugsgrabens der Begleitweg am linken Ufer zurückgenommen. Durch die Einbeziehung einer landseitig gelegenen Fläche ist so das Ufer flacher und die Leitha breiter geworden. Damit verbessert sich der Zugang zum Leithaufer. Auf dem angrenzenden Gelände wird noch eine von heimischen Gehölzen überschirmte Wiese angesät. „Wir freuen uns, dass wir jetzt dank des Uferrückbaus wieder einen ungehinderten Zugang zum Wasser haben“, sagt Prellenkirchens Bürgermeister Johann Köck.