Mit Operations-Lüge 55.000 Euro ergaunert. Serbin entlockte 84-Jährigem mit Mitleidstour Geld, dann tauchte sie unter. Acht Jahre nach der Straftat stand sie vor Gericht.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 09. August 2018 (03:42)
Jutta Hahslinger
Verteidigt von Anwalt Peter Philipp zeigt die Serbin Einsicht und Reue.

„Ich habe ihm erzählt, dass ich eine Operation brauche, die ich als Serbin privat zahlen muss“, gibt die heute 27-Jährige zu, dass sie vor acht Jahren, als 19-Jährige, einem Schwechater Pensionisten (84) mit der Mitleidsmasche 55.000 Euro entlockt habe.

„Als Krönung der skrupellosen Abzocke haben Sie dann noch versucht, dem hilfsbereiten Pensionisten Schmuck im Wert von rund 10.000 Euro zu stehlen. Als Sie erwischt wurden, gaben Sie Fersengeld und verschwanden“, bringt es Ankläger Peter Zimmermann auf den Punkt und will wissen: „Wo waren Sie?“

Sie sei in Deutschland untergetaucht. Auch dort sei sie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, habe sich aber gefangen und eine Lehre absolviert. Dann habe sie ein Kind bekommen. Nun wolle sie reinen Tisch machen, erzählt die 27-Jährige – und legt daraufhin ein umfassendes Geständnis ab.

Für die in Österreich unbescholtene Serbin setzt es 18 Monate, davon muss sie ein halbes Jahr hinter Gittern absitzen. Das Urteil ist rechtskräftig.