Niki-Insolvenz bedroht 1.000 Arbeitsplätze. Seit vergangenem Donnerstag bleiben sämtliche Flugzeuge von „Niki“ am Boden. Der Verkauf der Tochterairline der insolventen Air Berlin an Branchenprimus Lufthansa scheiterte überraschend an den befürchteten harten Auflagen der EU-Wettbewerbsbehörde.

Von Susanne Müller. Erstellt am 19. Dezember 2017 (09:33)
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Burggraf

Daraufhin wurde „Niki“ in Deutschland zur Insolvenz angemeldet und der Flugbetrieb eingestellt. In einer eilig einberufenen Informationsveranstaltung wurden die Mitarbeiter am Donnerstag informiert. Der Betriebsrat um Vorsitzenden Stefan Tankovits mahnte gegenüber der Austria Presse Agentur (APA) das Personal zur Ruhe. So würden trotz Insolvenzverfahren die Verträge weiter aufrecht bleiben. Dennoch zittern 1.000 Mitarbeiter um ihren Job. Grundsätzlich haben alle Mitarbeiter österreichische Arbeitspapiere, 200 von ihnen sind jedoch in Deutschland stationiert.

Das Interesse an der heimischen Fluglinie ist groß, es gibt laut Medienberichten mehrere potenzielle Käufer. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther gebe es aber noch kein verbindliches und durchfinanziertes Angebot, wie er der Deutschen Presse-Agentur (DPA) sagte. Interesse an einer „Niki“-Übernahme wird der Billigairline Ryanair, Condor, der Fluglinie des Reiseanbieters Thomas Cook, einem Konsortium um den Berliner Logistiker Zeitfracht und Airline-Gründer Niki Lauda nachgesagt. Namen wollte Flöther nicht nennen.

Entscheidung muss bis Anfang Jänner fallen

Für Zeitdruck sorgen sowohl finanzielle wie auch grundsätzliche Fragen: Zum Einen müsse die Betriebserlaubnis für „Niki“ trotz eingestellten Flugbetriebs möglichst lange erhalten bleiben. Daran hängen die „Slots“ für Start und Landungen, die laut Flöther einen besonderen Vermögenswert ausmachen. Bis Donnerstag müssen Interessenten ein Angebot abgeben. Ein wenig Spielraum gibt es aber noch: Flöhter geht davon aus, dass möglicherweise bis Anfang Jänner Zeit bleibt. „Aber dann muss der Investor feststehen, weil uns sonst unabhängig von den Genehmigungen das Geld ausgeht“, sagte Flöther.

In der Region löst dies naturgemäß Besorgnis aus. Aus Bruck meldete sich etwa SP-Wirtschaftssadtrat Josef Newertal dazu zu Wort: "Konzerninteressen dürfen nicht am Rücken der Mitarbeiter ausgetragen werden. Es muss nun Klarheit für die Mitarbeiter und Familien geschaffen werden." Er würde sich wünschen, dass die Airline an deren Gründer Niki Lauda geht, weil er sich davon erhofft, dass die Arbeitsplätze so erhalten werden können.