Archäologische Schätze bei Windpark-Bau entdeckt.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 03. November 2017 (08:44)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Anfang des kommenden Jahres werden im neuen Windpark der EVN zehn Windräder Strom für rund 28.000 Haushalte liefern. Der Fortschritt auf der Baustelle läuft laut EVN zwar nach Plan, dennoch hält den Energieversorger derzeit ein erhöhter Koordinationsaufwand auf Trab.

Der Grund: Auf der Baustelle arbeiten parallel zu den Baufirmen auch ein Team von Archäologen. Die Mitarbeiter der „Argis Archäologie Services GmbH“ sind nämlich im Nordosten des Sommereiner Gemeindegebietes auf Überreste frühzeitlicher Siedlung gestoßen.

„Allein im Areal des Turmfundaments befinden sich rund 220 Objekte, die zum größten Teil der Jungsteinzeit angehören, aber auch der Latènezeit und dem Frühmittelalter. Es handelt sich um typische Siedlungsbefunde, u.a. mehrere Grubenhäuser, zwei Langhäuser, etliche Gruben und zahlreiche Pfostengruben“, erläutert Geschäftsführer Gerald Fuchs begeistert. 

Sein Highlight ist jedoch der Fund einer jungsteinzeitlichen Grube, in dem ein zwei- bis fünfjähriges Kind bestattet worden ist – „das war vor etwa 7.400 Jahren! Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Fund, der uns einen unmittelbaren Bezug zu den damaligen Bewohnern vermittelt“, so Fuchs weiter.

Bei der EVN hat man keine Probleme mit den parallel nach historischen Schätzen grabenden Archäologen. Ganz im Gegenteil, wie EVN-Projektleiter Stefan Sauermann fest hält: „Natürlich bedeutet ein solcher Fund einen zusätzlichen Koordinationsaufwand. Aber die Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den archäologischen Fachexperten läuft sehr gut. Und schließlich geht es hier um die Sicherung von einmaligen, historischen Fundstücken“.